WM in Hochfilzen: Schon wieder Doping-Verdacht gegen russische Sportlerin

Auch bei der Biathlon-WM in Hochfilzen ist Doping wieder ein Thema. Foto: Barbara Gindl
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Hochfilzen – Russland, Doping und kein Ende – der Biathlonsport ist drauf und dran seinen Ruf zu verspielen. Mit der vorläufigen Suspendierung von Jekaterina Glasyrina kurz vor dem Frauen-Sprint hat der Skandal den nächsten negativen Höhepunkt erreicht.

Die 29-Jährige, die im ersten Frauen-Rennen eigentlich mit der Startnummer 10 laufen sollte, steht aufgrund von Informationen aus dem McLaren-Report unter Dopingverdacht. Sie sei suspendiert worden, weil ein Dopingfall «sehr wahrscheinlich ist», sagte Nicole Resch, die Generalsekreätrin des Biathlon-Weltverbandes IBU, im ZDF.

Zu den Einzelhjeiten wollte sich Resch nicht äußern. Nach dem zweiten McLaren-Report um mutmaßliches Staatsdoping, in dem auch 31 russische Skijäger genannt wurden, hatte der Weltverband IBU eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Die setzte die Ermittlungen gegen noch sieben russische Athleten fort.

Nun habe man die Empfehlung bekommen, dass die Sachlage so geklärt sei, «dass diese Suspendierung für diese Athletin jetzt erfolgen kann. Es war uns auch wichtig, dies noch vor dem Wettkampf zu tun», sagte Resch. Bislang waren bereits Olga Wiluchina und Jana Romanowa aus dem Verkehr gezogen worden.

«Es ist erschreckend, was momentan ans Licht kommt», sagte Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner in einem Interview auf Focus.de. «Grundsätzlich ist es für den Sport einfach nur schlimm. Wir kennen das aus dem Radsport, wo systematisch gedopt wurde; das hat den Sport kaputt gemacht. Russland macht damit auch diesen Sport ein Stück weit unsympathischer», sagte Neuner. «Man hat noch keine harten Fakten, keine Daten, dass es systematisches Doping ist. Solange es Einzelfälle sind, kann man keine Rückschlüsse ziehen», sagte Franz Steinle, der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) und forderte ein Zeichen von den Russen. (dpa)

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  • Doping-Skandal: dpa
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