Wenn sich Leser in ihren Medien nicht mehr wiederfinden, suchen sie sich halt neue

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von KLAUS KELLE

Haben Sie ihn rausgedrängt, oder ist er aus eigenem Antrieb gegangen? Der Wechsel des konservativen Strategen Stephen Bannon vom Weißen Haus zurück an die Spitze von Breitbart News, hat eine andere Dimension als die zahlreichen Personalrochaden der vergangenen Monate in der Trump-Administration. Denn Bannon und Breitbart hatten erheblichen Anteil am überraschenden Wahlerfolg Trumps im vergangenen November.

Im Wahlkampf hatten 50 US-Tageszeitungen ihren Lesern die Wahlempfehlung gegeben: Wählt, was ihr wollt, doch bloß nicht Trump. Wir kennen das Ergebnis. Es zeigt, wie stark die Rolle alternativer Medien in den vergangenen Jahren überall gewachsen ist – in den Vereinigten Staaten ebenso wie in Europa und natürlich auch hier in Deutschland. In Zeiten, in denen Menschen zunehmend den etablierten Parteien und den etablierten Medien nicht mehr trauen, entsteht Neues. Neue Parteien formieren sich, neue Medien wachsen heran und Leute werden zum mächtigsten Mann der Welt gewählt, ohne dass es wirklich jemand hat kommen sehen.

 

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.