“Warum es so wichtig ist, auch über weiche Themen zu schreiben

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von KLAUS KELLE

In unserem Netzwerk entwickelte sich gestern eine wirklich interessante Diskussion über Freundschaft. Das unterscheidet ja auch meinen Blog von vielen anderen guten und bürgerlichen Blogs mit starken Kommentatoren, die richtige und treffende Beiträge schreiben zu Innerer Sicherheit, ungeregelter Massenzuwanderung oder dem Skandal der staatlichen Finanzierung linker Netzwerke. Da gibt es inzwischen viel Auswahl an wirklich guten alternativen Medien.

Ein Unterscheidungsmerkmal ist, dass wir beim Blog und auch hier bei TheGermanZ oder in unseren Netzwerken über sogenannte weiche Themen schreiben und sprechen, auch zum Leidwesen mancher Leser, die sich regelmäßig beklagen, dass wir ausführlich den Tod von Gunter Gabriel medial würdigen, den Besuch von Prinz William und Herzogin Kate in Deutschland oder das Wetter in Baden-Württemberg. Jedesmal bei diesen bunten Themen schreiben mir Leser, ob ich noch alle Latten auf dem Zaun habe. Die Invasion hat begonnen, der Untergang steht bevor und ihr schreibt über Camilla…

Wir machen das, weil das viele Menschen interessiert, und eine Tageszeitung ist Dienstleister für unsere Leser und hat keinen Volkserziehungsauftrag, jedenfalls ist das unsere Philospohie. Wir schreiben auch darüber, welch asoziales Verhalten man im öffentlichen Personennahverkehr beobachten kann, regen uns über Staatsdiener auf, die einfach nur ihre Pflicht tun und schwachsinnigerweise Knöllchen für Falschparker ausstellen, die dort eigentlich regular parken könnten. Wir schreiben über den ganz normalen Lebensalltag, in dem sich unsere Leser wiederfinden, und das macht TheGermanZ und Denken-Erwünscht so wertvoll, denke ich.

Gestern diskutierten wir in unserem Netzwerk über Freunde und Freundschaften, und dass manche drei gute Freunde haben und andere sechs und sowas. Lohnt es sich darüber ernsthaft nachzudenken? Ja, es lohnt sich! Gute Freunde, Freunde fürs Leben sind durch nichts ersetzbar. Und der Wert einer solchen Freundschaft ist nicht abhängig von der Dauer einer solchen Beziehung. Ich habe einen Freund seit 40 Jahren, der alles von mir weiß und von dem ich alles weiß. Einer von uns wird hoffentlich erst in vielen, vielen Jahren den anderen zu Grabe tragen und dabei denken “er war mein bester Freund”. Und vorgestern, am Sonntag, hatte ich einen Moment, in dem ich einen guten Freund wirklich “gebrauchen konnte”. Und einer, den ich kaum mehr als zwei Jahre kenne, war in dem Moment plötzlich da und sagte genau die richtigen Worte in dem Moment, nur ein Satz, und ich wusste, dass ich einen wirklichen Freund gefunden habe. Irre, oder? Aber so war es. Und deshalb schreibe ich über diese Dinge. Und deshalb sind Freunde so unglaublich wichtig. Und deshalb will ich nicht jeden Tag nur über Reichsbürger, antifa und die Abschaffung des Euro schreiben. Auch, aber nicht nur…

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.