von KLAUS KELLE
WERDER/HAVEL – Wenn ich mir einen neuen Bundesinnenminister wünschen dürfte, ich müsste nicht lange überlegen. Ja, Joachim Herrmann (CSU) und Herbert Reul (CDU) machen in ihren Bundesländern einen anständigen Job – im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Herbert Reul ist in Nordrhein-Westfalen ist „eingebettet“ in eine schwarz-grüne Koalition mit einem Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Wir alle wissen, dass dort mit Abweisung und Abschiebung nicht viel, auf jeden Fall nicht genug, passieren wird. Und Herrn Herrmann sagt man nach, dass ihm die Spielwiese Bayern für seine politischen Visionen vielleicht ein wenig eng geworden ist.
Aber wenn ich mir einen aussuchen dürfte: Meine Wahl würde ohne zu zögern auf Rainer Wendt fallen.
Der Mann ist Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft und Mitglied im imaginären Verein für deutliche Aussprache. Dem wähnten sich einst auch Männer wie Franz-Josef Strauß und Gerhard Löwenthal zurecht verbunden.
Ein Mann dieses Schlages ist auch Rainer Wendt
Geboren und geprägt wurde Wendt in Duisburg, im Ruhrgebiet, wo das Alltagsleben rau ist, und die Menschen direkt aber herzlich sind. Als damals Hauptwachtmeister war Wendt jeden Tag unterwegs auf den Straßen Duisburgs, und glauben Sie mir: das ist nicht vergnügungssteuerpflichtig.
Seit 2007 führt Rainer Wendt die Deutsche Polizeigewerkschaft
Und in diesem Job ist er einen der wirkmächtigsten öffentlichen Stimmen für die Rückkehr zu Recht und Ordnung
Mitglied sowohl der CDU als auch der CSU – „man weiß ja nie“ – geht der Mann keinem Streit auch mit führenden Politikern aus dem Weg, egal ob es um zu lasche Strafen für arabische Gangs, die notwendige Vorratsdatenspeicherung oder das von Grünen verhasste „Racial Profiling“ geht.
Er sei in den vergangenen 9 Tagen in 8 Städten gewesen, um zu reden und zu streiten für seine Sache, erzählte Wendt gestern Abend in einem Gasthaus in Werder (Brandenburg). Eingeladen hatte ihn die örtliche CDU-Bundestagskandidatin Saskia Ludwig.
„Frauen meiden in den Städten bestimmte Orte, gehen nicht mehr in Parks, fahren nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, beschrieb der Gast, der inzwischen auch den Zusammenschluss der europäischen Polizeigewerkschaften leitet, die aktuelle Situation. Schnell kam er auf die „Disfunktionalität unseres Staates“ zu sprechen. Nach der berüchtigten „Kölner Silvesternacht“, die nicht nur in Köln stattfand, sondern bundesweit durch Migrantengewalt geprägt war, seien 1200 Strafanzeigen gestellt worden, darunter 570 wegen Sexualdelikten. „Wissen Sie, wie viele Verurteilungen es gab?“, fragt Wendt, um dann mit grimmigen Gesicht „Drei!“ in den Saal zu rufen.
Es ist atemberaubend und beängstigend, was Wendt an diesem Abend erzählt. Wenn wie in Berlin bewaffnete Gangmitglieder auf den Straßen herumlaufen, wenn Frauen nicht mehr zu Volksfesten, zum Karneval oder auf Silvesterfeiern gingen, dann sei das ein „kollektiver Verlust von Freiheit“. Wendt: „Wir dürfen uns nie daran gewöhnen!“
Der Redner muss gar nicht zu rhetorischen Tricks greifen oder seine Stimme anheben. Er muss einfach nur beschreiben, was ist. Und was kommen könnte. Der Grusel könnte nicht größer sein.
Wenn die Adventszeit beginnt, habe man sich früher über Weihnachtsmärkte unter dem Gesichtspunkt gebrannter Mandeln und Weihnachtsliedern, unterhalten. Heute redet man über Sicherheitskonzepte, Betonpoller und sichtbare Polizeipräsenz. Wendt hält das für viel zu kurz gedacht, denn auch Terroristen stellten sich darauf ein. „Wenn die Weihnachtsmärkte durch Straßensperren abgeschirmt würden, dann greifen sie halt von oben an: mit Drohnen.“ Doch statt auf eine effektive Drohnenabwehr setze etwa der Berliner Senat des Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lieber auf „Turbo-Einbürgerung für Mitglieder arabischer Großfamilien“. Wendt dazu: „Ich bin wirklich fassungslos!“
Der Abend hätte noch Stunden so weiter verlaufen können. Die Schulen hätten die nötige Autorität verloren („Mein Papa ist Anwalt“), die Betroffenheitsadressen der Bundesinnenministerin Faeser nach jedem neuen Terroranschlag und die Ankündigung harter Maßnahmen seien unglaubwürdig („linkspopulistisches Gewäsch“) und über die Versorgung der Freunde der Regierungsparteien mit Pöstchen („hat sich in 10 Jahren verdoppelt“) will er gar nicht erst anfangen.
Ja, so einen Mann wie Rainer Wendt wünsche ich mir als den nächsten Bundesinnenminister….
Bildquelle:
- Rainer_Wendt_3: klaus kelle