Tote bei Angriff auf israelische Botschaft in Jordanien

Sicherheitskräfte nahe der israelischen Botschaft in Amman, Jordanien. Foto: Omar Akour
Anzeige

Das teilte das Außenministerium in Jerusalem mit. Der Israeli habe daraufhin in Selbstverteidigung den Angreifer erschossen und auch den unbeteiligten jordanischen Vermieter versehentlich tödlich verletzt.

Die israelische Zeitung «Haaretz» schrieb, der Vorfall am Sonntag habe eine diplomatische Krise mit Jordanien ausgelöst. Das haschemitische Königreich wolle den Wachmann zu dem Vorfall befragen und verbiete ihm die Ausreise. Israel lehnt dies jedoch ab und beruft sich auf das Wiener Übereinkommen, das Diplomaten Immunität gewähre.

Die israelische Zeitung «Maariv» berichtete, Israel habe angesichts des Vorfalls in Amman und der Tempelberg-Krise als Vorsichtsmaßnahme seine Botschaft und sein Konsulat in der Türkei geschlossen. Das Außenministerium in Jerusalem wollte dies jedoch nicht kommentieren.

Der Vorfall in Amman verschärfte Spannungen mit Jordanien wegen der jüngsten Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem, bei denen am Freitag vier Palästinenser getötet und rund 400 weitere verletzt worden waren. Bei einem Anschlag in einer israelischen Siedlung im Westjordanland wurden später drei Mitglieder einer Familie erstochen. Jordanien ist Hüter der islamischen Stätten in Jerusalem, darunter auch der Tempelberg.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe mit Einat Schlein telefoniert, der israelischen Botschafterin in Amman, sowie mit dem Wachmann, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums. Im März war bekannt geworden, dass Schlein in einem internen Bericht vor einer fortschreitenden Destabilisierung Jordaniens gewarnt hatte.

Als zweites arabisches Land nach Ägypten hatte Jordanien 1994 einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen. Der Frieden gilt jedoch als belastet. Ein großer Teil der Einwohner Jordaniens sind palästinensischer Herkunft und viele sind solidarisch mit ihren Glaubensbrüdern in den Palästinensergebieten.

Als Auslöser der neuen Unruhen galt die Installation von Metalldetektoren am Tempelberg, der Muslimen und Juden heilig ist. Israel hatte sie nach dem Anschlag dreier Muslime aufgestellt, bei dem am 14. Juli zwei israelische Polizisten getötet worden waren. Israel verteidigt die Metalldetektoren sowie am Sonntag zusätzlich angebrachte Überwachungskameras als Sicherheitsmaßnahmen. Von palästinensischer Seite werden sie jedoch als Übergriff und Versuch Israels gewertet, mehr Kontrolle über die heilige Stätte zu erlangen.

Israels Sicherheitskabinett hatte sich am späten Sonntagabend zu Beratungen über den Vorfall in Jordanien, den Anschlag in der Siedlung und die Tempelberg-Krise versammelt. Dabei sei noch keine Entscheidung getroffen worden, berichtete der israelische Rundfunk am Montag. Das Kabinett wollte sich am Montagnachmittag erneut treffen. (dpa)

Bildquelle:

  • Israelische Botschaft in Jordanien: dpa
Anzeige