Superwahltag in Schottland, Wales und England hat begonnen

dpatopbilder - Nicola Sturgeon, Erste Ministerin von Schottland und Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP), macht Wahlkampf für die schottischen Parlamentswahlen. Foto: Andy Buchanan/PA Wire/dpa
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LONDON/EDINGURGH- Bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien haben am Donnerstagfrüh die Wahllokale geöffnet.

In den Landesteilen Schottland und Wales werden neue Regionalparlamente bestimmt. In weiten Teilen Englands wählen die Menschen neue Gemeinde- und Bezirksräte sowie Bürgermeister – unter anderem in London. Bis 23 Uhr (MESZ) können Stimmzettel abgegeben werden. Mit Ergebnissen wird größtenteils erst am Wochenende gerechnet.

Mit großer Spannung wird vor allem der Ausgang der Parlamentswahl in Schottland erwartet, wo die regierende Schottische Nationalpartei (SNP) auf eine absolute Mehrheit hofft. Umfragen zufolge dürfte es sehr knapp werden. Die SNP fordert ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für Schottland, ist aber auf die Zustimmung der Zentralregierung in London angewiesen. Premierminister Boris Johnson lehnt das bislang aber strikt ab. Derzeit regiert die SNP mit Duldung der schottischen Grünen. Mit einer absoluten Mehrheit, so die Hoffnung, ließe sich der Druck auf London erhöhen.

Der britische Regierungschef ist in Schottland denkbar unbeliebt. Einer neuesten Umfrage der Universität Bristol und des King’s College London zufolge misstrauen drei Viertel der Schotten (72 Prozent) dem britischen Premier in Sachen Pandemiebekämpfung. Eine Mehrheit der Schotten (55 Prozent) glaubt zudem, dass die Regierung in London insgesamt keine gute Figur im Kampf gegen das Coronavirus gemacht habe.

Bei einem ersten Referendum 2014 hatten sich 55 Prozent der Schotten gegen eine Abspaltung ihres Landes vom Vereinigten Königreich ausgesprochen. Die SNP argumentiert aber, die Situation habe sich mit dem von schottischen Wählern mehrheitlich abgelehnten EU-Austritt Großbritanniens grundlegend geändert.

Es dürfte spannend werden. «Die Umfragen legen eine 50:50-Chance für eine absolute SNP-Mehrheit nahe», schrieb am Mittwoch der Wahlforscher John Curtice von der Universität Strathclyde in Glasgow auf Twitter. Die Konservativen dürften demnach erneut auf Platz zwei vor der einst in Schottland übermächtigen Labour-Partei landen.

In London bewirbt sich Amtsinhaber Sadiq Khan von der Labour-Partei um eine zweite Amtszeit als Bürgermeister. Umfragen zufolge liegt er in der Wählergunst weit vor seinem konservativen Herausforderer Shaun Bailey.

Bildquelle:

  • Wahlen in Schottland: dpa
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