Staatsakt? Was für ein Staatsakt?

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von KLAUS KELLE

Das Gezerre rund um das Begräbnis von Altbundeskanzler Helmut Kohl ist kaum noch zu ertragen. Der provokative Auftritt von Kohl-Sohn Walter, das Taktieren der Kohl-Witwe, die die deutsche Bundeskanzlerin angeblich nicht reden lassen wollte, all das stößt mir immer mehr auf, je mehr ich darüber lese. Umso mehr noch, als ich die historische Leistung des Kanzlers der Einheit nach wie vor hoch schätze.

Und jetzt die neueste Variante, die am 1. Juli realisiert werden soll: Ein Staatsakt, aber nicht in Deutschland, sondern ein europäischer Staatsakt. Hä? Europa ist kein Staat und wird hoffentlich auch keiner werden. Was für ein Possenspiel angesichts des Todes einen großen deutschen Patrioten, der seinem Land gedient hat.

 

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.