SPD gewinnt Landtagswahl in Niedersachsen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil: Für die SPD bedeutet das Ergebnis einen Riesenerfolg zum Ende des Superwahljahres. Foto: Julian Stratenschulte
Anzeige

Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF könnte es eventuell sogar noch für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition unter Ministerpräsident Stephan Weil reichen. Die CDU mit Spitzenkandidat Bernd Althuasmann rutscht auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959 ab, nachdem sie in Umfragen lange geführt hatte.

Wahlsieger Weil sprach von einem «fulminanten Erfolg» für die SPD: «Wir können zum ersten Mal seit der letzten Landtagswahl mit Gerhard Schröder vor 19 Jahren wieder die stärkste Fraktion im Landtag werden, das ist großartig», sagte er. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte: «Noch ist Rot-Grün nicht am Ende.» Auch Grünen-Chefin Simone Peter hofft auf eine Fortsetzung des Bündnisses, nach den ersten Hochrechnungen fehlen dafür aber zwei Mandate.

Die Koalition in Niedersachsen ist das letzte rot-grüne Bündnis in einem Flächenland. Sollte es nicht für eine Fortsetzung reichen, steht in Hannover eine schwierige Regierungsbildung bevor. Denkbar wären eine große Koalition aus SPD und CDU, ein Ampelbündnis von SPD, FDP und Grünen sowie eine Jamaika-Koalition. Über ein solches Bündnis von CDU, FDP und Grünen auf Bundesebene verhandelt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ab Mitte der Woche in Berlin. Das schwache CDU-Ergebnis in Niedersachsen dürfte die Gespräche für sie nicht einfacher machen.

Drei Wochen nach ihrer historischen Schlappe bei der Bundestagswahl können die Sozialdemokraten ihr Ergebnis in Niedersachsen den Hochrechnungen von 18.15 Uhr zufolge auf 37,2 bis 37,3 Prozent steigern (2013: 32,6). Die CDU kommt nur noch auf 34,9 Prozent (36,0). Zum ersten Mal seit 2003 ist sie damit nicht mehr stärkste Kraft in dem Bundesland.

Die Grünen verlieren ebenfalls und erreichen 8,2 bis 8,5 Prozent (13,7). Die FDP landet bei 7,0 bis 7,4 Prozent (9,9). Die AfD schafft erstmals knapp mit 5,5 Prozent den Sprung ins Parlament, bleibt aber deutlich hinter ihren jüngsten Wahlerfolgen zurück. Die Linke muss um den Einzug zittern, sie liegt den Hochrechnungen zufolge bei 4,6 bis 4,8 Prozent (3,1). Bleibt es dabei, sind künftig fünf statt bisher vier Parteien im Landtag in Hannover vertreten.

Bildquelle:

  • Stärkste Kraft: dpa
Anzeige