Skandale über Skandale: Ihre Milliarden für korrupte Menschenschinder in Afrika und Katar

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Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie gestern unseren Artikel über das Verschleudern von Milliarden Euros Ihrer Steuern für das Luxusleben afrikanischer Diktatoren gelesen? Der heruntergekommene Kleinstaat als einträgliches Geschäftsmodell, als Gelddruckmaschine für Clans mit zehn Mal so viel Ministern im Kabinett und teilweise höheren Bezügen als bei uns. Und wir alle bezahlen die Party. Und niemand in deutschland stellt sich dieser skandalösen Verschwendung entgegen. Warum ist das so?

Ist das ein schlechtes Gewissen, der Wunsch unbedingt endlich zu den Guten gehören zu wollen, die Zeiten als Kolonialmacht vergessen zu lassen? Oder haben wir Angst, vom Mainstream-Establishment als Rassisten gegeißelt zu werden, wenn wir Diktatoren, ja Schlächtern, Geld in den Rachen schieben, die davon Luxuslimousinen kaufen und Waffensysteme beschaffen, anstatt sich darum zu kümmern, dass ihre Bürger ein menschenwürdiges Leben haben können. Auch in Afrika wäre das längst möglich, wenn die Mehrheit der Potentaten dort den Willen dazu hätten. Haben Sie aber nicht, und wir machen brav unsere üppigen Überweisungen an die Abzocker in Regierungen, Herrschaftsfamilien und den Günstlingen in Nichtregierungsorganisationen (NGO), damit auch bei uns im Westen einige sich eine goldene Nase mit diesem Betrug der Steuerzahler verdienen können. Denn eins ist mal sicher: Den einfachen Menschen in Afrika kommt unsere Entwicklungshilfe nur zu einem kleinen Teil zu Gute.

Und, wo wir gerade dabei sind, empfehle ich Ihnen einen Blick auf die bevorstehende Fußball-WM in Katar. Ich wiederhole: in Katar. Ein Drittel weniger Einwohner als Berlin, glitzernde Wolkenkratzer, Mercedes und Ferrari in den Straßen. Aber null Fußballtradition, ein Rechtssystem gemäß der islamischen Scharia. Frauen, die nichts wert sind, Arbeitern gleich, die die Paläste unter erbarmungswürdigen Verhältnissen bauen müssen. Arbeitsmigranten, die bei 45 Grad Hitze kaum Wasser bekommen, ihre Gehälter gar nicht oder nur zum Teil ausbezahlt bekommen.

Und für die Greta-Fans unter unseren Lesern – hallo, Ihr zwei! – Katar ist auch das Land mit dem weltweit bei weitem höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf, behauptet jedenfalls die Weltbank. Gleichgeschlechtliche Beziehungen werden gemäß Artikel 201 des Strafgesetzbuchs als „Sodomie“ – unabhängig vom Geschlecht – mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder auch Peitschenhieben bestraft. Den Vogel schoß aber der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter ab, der homosexuellen Fans, die nach Katar reisen wollen, empfahl, aus Respekt vor dem Gastgeberland auf Sex während der WM zu verzichten.

Katar, ein Land, wo man gern hinfliegt um Fußball zu schauen, oder? Immerhin: der deutsche Bundesligaprofi Mario Basler (Werder Bremen, Bayern München) beendete einst beim EAl-Rayyan Sport-Club in Katar seine große Fußballerkarriere. Wenigstens ein klitzekleiner Bezug zur deutschen Fußballtradition.

An dieser Stelle unseren Kollegen Dietrich Kantel und Mark Zeller höchsten Respekt und Dank für ihre ganz starken Beiträge gestern zu diesen beiden Themen. Solch engagierter Journalismus ist genau das, was diese neue Zeitung ausmacht.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.