Sein oder Nicht sein – für die Bürgerlichen tickt die Uhr

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von KLAUS KELLE

Spüren Sie auch, dass sich etwas verändert, dass der politische Wind rauer wird? Seit der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten und seinem Rücktritt nur einen Tag später, merken die Bürger, dass hier etwas gewaltig aus dem Ruder läuft. Die Bundeskanzlerin ruft aus Südafrika Christian Lindner an und droht ihm mit politischem Liebensentzug in den Bundesländern, wenn er seinen liberalen Parteifreund in Erfurt nicht zum sofortigen Rücktritt nötigt. Wie bitte? Sind wir einen Bananenrepublik?

Die bisherige rot-rot-grüne Koalition des Niedergangs im Freistaat ist von den Wählerndeutlich abgewählt worden, inklusive Ministerpräsident Bodo Ramelow. Und jetzt entblöden sich CDU-Politiker nicht, allen Ernstes Ramelow wieder ins Amt verhelfen zu wollen? Man kann nur noch den Kopf schütteln über das, was hier passiert. Nicht auszuschließen, dass sich die politischen Ränder weiter radikalisieren und die Mitte komplett den Bach runter geht. Über 11 Prozent hat die CDU in Thüringen bei der Landtagswahl verloren. Nach den drei Tagen von Erfurt erbrachte eine Blitzunfrage einen weitere Rückgang  der CDU um 10 Prozent. Die FDP wäre danach gar nicht mehr im Landtag.

Es rächt sich immer, wenn überhebliche Politiker über den Willen der eigenen Parteifreunde und Wähler hinwegregieren. Für die CDU, und zwar die ganze CDU in Deutschland, wird 2020 das Jahr der Entscheidung.

 

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.