Russland trauert um die Opfer des Flugzeugabsturzes

Trauer in Sotschi: Vom Flughafen der Olympia-Stadt war die verunglückte Tupolew gestartet. Foto: Yevgeny Reutov
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Sotschi/Moskau – Russland trauert um die 92 Opfer des Flugzeugabsturzes über dem Schwarzen Meer. Präsident Wladimir Putin hat Staatstrauer angeordnet. Die Passagiermaschine vom Typ Tupolew Tu-154, die dem russischen Verteidigungsministerium gehörte, war kurz nach dem Start in Sotschi verunglückt.

Sie sollte Sänger und Tänzer des traditionsreichen Alexandrow-Armeechors zu einem Konzert nach Syrien bringen. Auch der Leiter des Ensembles, Generalleutnant Waleri Chilalow, kam ums Leben.

Das Militär und zivile Rettungsleute suchten auch die Nacht über nach Trümmerteilen und Vermissten. Mit dem ersten Tageslicht sollten weitere Taucher und Suchteams eingesetzt werden. Am Sonntag waren zwölf Tote aus dem Wasser geborgen worden. Die Leichen sollten am Montagmorgen nach Moskau geflogen werden.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew sprach von einer «fürchterlichen Katastrophe», wie die Agentur Interfax meldete. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach Putin nach dem Unglück ihr Mitgefühl aus, wie die Regierung in Berlin mitteilte.

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zeigte sich tief betroffen über den Absturz. «An diesem heiligen Tag sind meine Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Lieben», erklärte er am Sonntagabend in Brüssel.

Bei der Unglücksursache wollte sich der russische Transportminister Maxim Sokolow am Sonntagabend noch nicht festlegen. Die Flugschreiber der 33 Jahre alten Tupolew seien noch nicht geortet worden, sagte er nach Agenturberichten in Sotschi. Nicht genannte Behördenvertreter sprachen von möglichen technischen Problemen im Steigflug. Ermittler gingen routinemäßig auch dem Verdacht auf einen Anschlag nach.

Neben den Musikern waren acht Mann Besatzung, neun Journalisten der Fernsehsender NTW, Erster Kanal und Swesda an Bord, dazu Militärs und Beamte. Ende Oktober 2015 war ein russisches Touristenflugzeug mit 224 Menschen über der ägyptischen Sinai-Halbinsel gesprengt worden.

Russland kämpft seit Herbst 2015 im Syrien-Krieg aufseiten des Präsidenten Baschar al-Assad. Dieser sprach Putin sein Beileid aus. Der Absturz des Flugzeugs, das «gute Freunde» an Bord hatte, habe große Trauer hervorgerufen, schrieb Assad nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Anfang Mai hatte das russische Militär den Stardirigenten Waleri Gergijew und sein Orchester zu einem Konzert in die syrische Wüstenstadt Palmyra geflogen. (dpa)

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  • Trauer in Sotschi: dpa
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