“Pinky Gloves”: Der neue Feminismus ist einfach nur noch peinlich

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von MIRIAM THÉRÈSE SOFIN

Zwei junge Unternehmer stellten am vergangenen Montagabend in der Vox-Sendung “Die Höhle der Löwen” ein Produkt vor, mit dem Frauen ihre Tampons und Binden hygienisch und diskret entsorgen können, wenn sie unterwegs sind. Mit den pinken Plastikhandschuhen, genannt “Pinky Gloves”, sichern sich die beiden dann auch noch einen rentablen Deal. Nun könnte man denken: ”Toll, wenn Männer den Alltagsproblemen von Frauen Beachtung schenken und dafür Lösungen entwickeln!” – doch leider sieht das eine kleine, aber laute Minderheit selbsternannter Feministinnen ganz anders.

Die stürzen sich nämlich seit Tagen öffentlichkeitswirksam und in gewohnt hysterischer Manier auf den neuen Hygieneartikel und seine Erfinder, die sie – wie sollte es auch anders sein – prompt als “frauenfeindlich” ausgemacht haben. Männer hätten sich zwar gefälligst für die Anliegen von Frauen zu interessieren, aber sie täten das nicht, indem sie z. B. solche Produkte für sie entwickeln. Ja, was denn nun? Selbst ich als Frau bin da verwirrt, und um ehrlich zu sein, bin ich auch ein wenig peinlich berührt. Ja, ich schäme mich manchmal für meine Geschlechtsgenossinnen und zwar immer wieder dann, wenn sie aus einer Mücke einen Elefanten machen und Probleme konstruieren, die einfach keine sind.

Zumindest nicht für mich und auch für keine andere Frau, die ich persönlich kenne.

Schon seit Jahren pusht der sog. “dritte Welle”-Feminismus das Narrativ des angeblichen “Period Shamings”, also dass Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft für ihre Menstruation systematisch beschämt würden. Belege für diese Behauptung gibt es keine. Ach so, ich vergaß, dass dieser “patriarchalische” pinke Handschuh ja genau solch einer ist. Sorry, my fault!

So steht zumindest für die Kritikerinnen der “Pinky Gloves” fest, dass diese suggerieren, dass die weibliche Periode etwas “Ekliges und Unhygienisches” sei, für das man sich schämen müsse. Aus Protest dagegen gehen einige Aktivistinnen sogar so weit, sich ihr Menstruationsblut ins Gesicht zu schmieren und Fotos davon ins Netz zu stellen. Wer will so etwas sehen? Und ist Diskretion jetzt vollends aus der Mode gekommen? Was kommt als nächstes? Männer, die sich mit ihrem Ejakulat bepinseln, um auf das große gesellschaftliche Problem des “Sperm Shamings” aufmerksam zu machen? Ja, wir alle wissen, dass Menschen von Natur aus diverse Körperflüssigkeiten produzieren. Nein, dafür muss sich selbstverständlich niemand schämen. Das heißt aber nicht, dass wir die Funktionstüchtigkeit unserer Sexualorgane deshalb öffentlich zur Schau stellen müssten. Wozu soll das, um Himmels Willen, überhaupt gut sein?

Viele kreiden den Gründern der “Pinky Gloves” zudem die Farbe ihres Produkts übel an (Pink, igitt!) und werfen ihnen “Mansplaining” vor. Also dass sie als Männer Frauen etwas erklären, mit dem sie sich viel weniger auskennen. Ich fand den Begriff des “Mansplaining” ja schon immer total bekloppt. Als würden Frauen Männern niemals Dinge erläutern, von denen sie nur wenig Ahnung haben. Die Vorstellung, dass belehrendes Verhalten verbunden mit fachlicher Inkompetenz an ein bestimmtes Geschlecht gekoppelt wäre, ist einfach Humbug. Hinzu kommt meine Beobachtung, dass Neo-Feministinnen “Mansplaining” gerne ins Feld führen, um Männer grundsätzlich vom Diskurs auszuschließen. Was wiederum die klassische Definition von Sexismus ist.

Bei allem Respekt, aber “Feministinnen”, die sich von einem Hygieneartikel aufgrund dessen Farbe und der Geschlechtszugehörigkeit seiner Entwickler beleidigt fühlen und Frauen darüber hinaus auch noch als “Menstruierende” bezeichnen, ihnen also subtil das Frausein absprechen, kann ich grundsätzlich nicht ernst nehmen. Pink ist eine schöne Farbe, die vielen Frauen nun einmal gut gefällt. Z. B. solchen, die es vorziehen, diskret mit ihrer Periode umzugehen und die finden, dass zehntausende Genitalverstümmelungen jährlich an Mädchen und Frauen, oder hunderttausende Zwangs- und Elendsprostituierte eher ein Grund wären, ein mediales Fass aufzumachen. Die es als Akt der Emanzipation ansehen, auf echte Frauenrechtsverletzungen hinzuweisen, die es aufgrund der fatalen Migrations-, Islam-, und Genderpolitik der vergangenen Jahre, mehr als genug in unserem Land gibt.

Mal ganz abgesehen davon, haben wir das große Glück haben, (noch) in einer freien Marktwirtschaft zu leben. Wer sich an einem Produkt stört, das niemandem schadet, der soll es nicht kaufen. So einfach ist das. Deshalb muss man kein Politikum daraus machen und hinter allem, was nicht dem eigenen Geschmack entspricht, eine Verschwörung des Patriarchats wittern. Als Frau distanziere ich mich von derlei Kasperletheater, das sich zwar als Feminismus tarnt, damit aber so viel zu tun hat, wie Zitronenfalter mit Zitronen falten. Nicht in meinem Namen.

Bildquelle:

  • Pinky_Gloves: pinkygloves.de
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