Nicht Ideologen, Miesmacher und „Tonkel“ sichern unsere Zukunft, sondern Wissenschafter und Visionäre

Weltraumspaziergang bei der Internationalen Raumstation ISS.

von ULRIKE TREBESIUS

BERLIN – Die gesellschaftliche und geistige Verwahrlosung unseres Landes zeitigt immer neue Symptome. Natürlich kann Professorex Lann Hornscheidt aus Leipzig vorschlagen, dass wir Familienangehörige zukünftig genderneutral ansprechen und dass das Geschwisterex von Elter 1 als Tonkel bezeichnet werden soll. Oder ein Großelterteil als Ompex. Solche Spinner hat es schon immer und zu jeder Zeit gegeben. Neu daran ist, dass diese dümmlichen Ergüsse in den letzten Jahren ernsthaft diskutiert und sogar gedruckt werden.

Professor Lann Hornscheidt ist sogar Inhaber eines Lehrstuhles für Genderfragen. Erschreckend ist, dass niemand kommt und fragt: Ja, habt ihr noch alle Latten am Zaun? Wem hilft diese weltfremde Sprachunterscheidung? Wird dadurch weniger diskriminiert oder anders? Wir sprechen ernsthaft darüber, Menschenmilch statt Muttermilch zu sagen und freuen uns, dass es umweltfreundlich ist, überhaupt keine Kinder mehr zu bekommen. In einem Land, dass angeblich der Wissenschaft folgt, werden diese ideologischen Themen, die biologische Tatsachen ignorieren bzw. verleugnen, ernsthaft debattiert.

Anstatt zu überlegen, wie eine kleine Minderheit angemessen am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann, ohne diskriminiert zu werden, soll eine Mehrheit von 99 Prozent ihre Art zu Leben in Frage stellen bzw. sich neuen Sprachgewohnheiten unterwerfen. Dabei ist es Aufgabe der Politik, Gesetzesrahmen für die Mehrheit zu schaffen ohne Minderheiten auszugrenzen. Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert. Das generische Maskulin ist eine Sprache, die inkludiert, während die Gendersprache ausgrenzt. In erster Linie alle die Menschen, die ein Leben außerhalb der politisch-medialen Blase führen.

Abweichende Meinungen zu Klimawandel, Wetterereignissen, Energiespeicherung oder volkswirtschaftlichem Basiswissen werden nicht nur ignoriert, sondern stigmatisiert und die Überbringer der schlechten – oder anderslautenden – Botschaften gezielt ausgegrenzt und gesellschaftlich und wirtschaftlich ins Aus manövriert. Der Glaube an Klima, Corona, Gender und andere woke Themen ist mittlerweile religiöser Natur und wird entsprechend geahndet. Weswegen alle Nichtgläubigen auch als Leugner bezeichnet werden.

Dabei muss eine Gesellschaft, die sich wirklich auf die Wissenschaft beruft, tagtäglich mit dem Zweifel leben. In der Wissenschaft sind Ergebnisse immer nur so lange aktuell, bis andere Ergebnisse und Wissensstände erreicht werden. Diese Gesetzmäßigkeit hat unsere Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten immer weiter vorangetrieben und unsere Gesellschaften ständigen Modernisierungen unterworfen. Es mag ja sein, dass 99 Prozent aller Wissenschaftler den Klimawandel bestätigen. Und es gibt wohl niemanden, der dies wirklich bezweifelt. Die Frage ist, inwieweit CO2 allein dafür verantwortlich ist, und welche anderen komplexen Wirkungen ebenfalls Einfluss haben: Golfstrom, Sonnenstürme, Vulkanausbrüche. Und es reicht ein Einziger, um das gesamte Weltbild ins Wanken zu bringen, wie wir spätestens seit Galileo Galilei wissen: „Und sie dreht sich doch!“

Die Vorstellung, das Klima beeinflussen zu können, zeugt von einer unglaublichen Hybris, die in wenigen anderen Regionen der Welt so betrieben wird wie in Deutschland. Deutsch zu sein bedeute: “Eine Sache um ihrer selbst willen zu tun.“, hat Richard Wagner geschrieben. In der Beziehung sind die Grünen also deutscher als ihnen lieb sein mag.

Anstatt Maßnahmen zu entwickeln, wie eine hochindustrialisierte Gesellschaft angemessen mit Klimaveränderungen umgehen kann, werden unliebige Forschungsergebnisse unterdrückt und Maßnahmen, die den Energiebedarf unseres Landes niemals abdecken können, koste es was es wolle, vorangetrieben.

Sinnvoll wäre es, Umweltschutz zu betreiben, der den jetzigen Stand der Wissenschaft berücksichtigt. Und in Technologien zu investieren, die zum Beispiel Kernenergie sicherer machen, wie jüngst in China mit dem sogenannten „Chinesischen Drachen“. Aber auch skandinavische und amerikanische Wissenschaftler forschen hier an neuen Technologien, während wir unser Knowhow vollständig aufgegeben haben zugunsten der sogenannten Energiewende.

Anstatt unreife und technisch ungebildete Personen wie Luisa Neubauer oder Greta Thunberg zu überhöhen, sollten wir jungen Menschen wie Boyan Slat eine Plattform geben, die sich Gedanken machen, wie unsere Ozeane von Plastikmüll befreit werden können. Sein Unternehmen „The Ocean Cleanup“ dürfte mehr bewirkt haben, als die vielen Hüpfer der FFF-Girls. Slat befreit die Meere übrigens von dem Müll, der allermeist in Südostasien direkt im Meer verklappt wird und nicht etwa in Nord- und Ostsee.

Die Verteufelung des Verbrennungsmotors oder die Ablehnung von Kernenergie wirft unser Land nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wissenschaftlich zurück, denn andere Nationen haben hier andere Definitionen und Prioritäten. Und deutsche Unternehmen wie Mercedes und BMW werden diese Motoren zukünftig in China herstellen, während man hier auf die Elektro–Motoren setzt, die man dann mit Wind- oder Solarenergie betreiben möchte. Welch ein Wahnsinn!

Unser Land ist wissenschaftsfeindlich, rückwärtsgewandt und technologie-feindlich. Wir leben im Zeitalter des Postfaktischen und meinen, die Verkündiger einer neuen Welt wären progressiv. Dabei sind sie Apokalyptiker, die Ketzer anprangern. Doch es wäre fatal, nur der Politik und den Medien die Schuld an dieser fatalen Entwicklung zu geben. Eine Industrie, die sich ängstlich allem neuem vermeintlich Guten widerspruchslos unterwirft, ist ebenso schuld wie der unaufgeklärte Konsument, der als Wochenend–Veganer meint, drei Kühe vor dem Tod bewahrt zu haben. Die gesamte Gesellschaft benötigt einen Aufbruch, der uns wieder träumen lässt von Raketen, die auf den Mond fliegen oder von U-Booten, die die Tiefen des Meeres durchdringen. Dafür brauchen wir Schulen und Universitäten, die sich der ergebnisoffenen Forschung verpflichtet fühlen, die nicht aus- und eingrenzen, zensieren und ausschließen. Anstatt einer baden-württembergischen Bildungsministerin, die schülergerechtes Gendern einführen möchte, brauchen wir Eltern, die einen naturwissenschaftlichen Unterricht einfordern, der den Namen verdient. Schlicht unsere gesamte Gesellschaft ist gefordert, den eingeschlagenen Weg der Ideologie zu verlassen und Einstein, Newton, Tesla und Planck zu folgen. Dann besinnen wir uns noch auf Hegel, Kant und Nietzsche und entwickeln diese Ideen weiter. Nur so, mit Neugierde und ohne festgefahrene Wege kann unser Land wieder neue Kraft gewinnen.

Die zur Wahl stehenden Politiker sind gänzlich ungeeignet, diese Wege zu beschreiten. Sie sind alle zu alt, unmodern und ungebildet, um zu begreifen, dass ihre Zeit vorbei ist und sie alte Götzen anbeten. Mit ihnen wird es keinen Aufbruch geben. Nirgendwohin.

Bildquelle:

  • ISS_Weltraum: pixabay

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