Neun Tote nach Extremwetter und Überschwemmungen in New York

Fahrzeuge stehen im Hochwasser auf einer Straße New Yorks. Foto: Wang Ying/XinHua/dpa
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NEW YORK – Extreme Unwetter nach Hurrikan «Ida» haben in der Millionenmetropole New York nie da gewesene Überschwemmungen ausgelöst und auch anderswo im Nordosten der USA Verwüstungen angerichtet. Bürgermeister Bill de Blasio rief am späten Mittwochabend (Ortszeit) den Notstand aus.

Die Zahl der Toten in der Millionenmetropole ist Bürgermeister Bill de Blasio zufolge auf neun gestiegen. «Wir haben jetzt neun New Yorker durch diesen Sturm verloren», sagte de Blasio und führte den katastrophalen Rekordregen auf den Klimawandel zurück. Einen solchen Sturm habe die Stadt noch nie gesehen. Man sei «in einer neuen Welt», erklärte der Bürgermeister. «Das ist der größte Weckruf, den wir bekommen könnten.» Von nun an müsse in New York bei jedem Sturm von ähnlichen Ausmaßen ausgegangen werden – die Maßnahmen gegen die globale Erderwärmung müssten landesweit verstärkt werden.

Das verheerende Unwetter im Nordosten kostete alleine im Bundesstaat New Jersey mehr als 20 Menschen das Leben. «Mit Bedauern muss ich berichten, dass bis jetzt mindestens 23 Menschen aus New Jersey durch den Sturm ums Leben gekommen sind», schrieb Gouverneur Phil Murphy auf Twitter. Die meisten dieser Todesopfer seien in ihren Fahrzeugen von den Fluten eingeschlossen worden.

Auch US-Präsident Joe Biden sieht in den verheerenden Stürmen, Unwettern und Waldbränden in den USA Belege für die Klimakrise. Die Infrastruktur des Landes müsse der Bedrohungslage angepasst werden, sagte Biden im Weißen Haus. Stürme, Überflutungen und Brände würden sich künftig häufiger ereignen und heftiger ausfallen. «Wir müssen handeln.» Nach Bidens Angaben kamen bei den schweren Unwettern infolge von Hurrikan «Ida» in den Bundesstaaten New York und New Jersey mindestens elf Menschen ums Leben.

«Das Wasser der Niagarafälle auf den Straßen von New York»

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul kündigte eine Untersuchung dahingehend an, ob die Regenmassen besser vorhersehbar gewesen sein könnten: «Wir wussten nicht, dass zwischen 20:50 und 21:50 Uhr letzte Nacht der Himmel sich buchstäblich öffnen und das Wasser der Niagarafälle auf die Straßen von New York bringen würde».

Der Nationale Wetterdienst (NWS) erklärte angesichts der lebensbedrohlichen Lage erstmals für die Stadt und die Umgebung einen Sturzflut-Notfall.

«Wir erleben ein historisches Wetterereignis mit Rekordregen»

Während der Rekordregen New York lahmlegte und auch den Spielplan der US-Open im Tennis störte, sorgten in New Jersey Überflutungen und ein Tornado für Chaos. Auch in New Jersey sowie im
Bundesstaat New York galt der Notstand.

«Wir erleben heute Abend ein historisches Wetterereignis mit Rekordregen in der ganzen Stadt, brutalen Überschwemmungen und gefährlichen Bedingungen auf unseren Straßen», schrieb de Blasio. Die Menschen sollten in Häusern Schutz suchen und nicht auf die Straße gehen, um den Rettungskräften die Arbeit zu ermöglichen.

Bildquelle:

  • Hurrikan «Ida» in den USA: dpa
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