Mehrfach ausgezeichnete Buchhändlerin Opfer einer Antifa-Attacke in Dresden

von KLAUS KELLE

DRESDEN – Ein kleiner Teil unserer Gesellschaft, der sich gern selbst als tolerant und bunt geriert, hat erkennbar Probleme damit, Meinungen auszuhalten, die ihren eigenen widersprechen. Das zeigt sich besonders im politischen Bereich, wo Veranstaltungen mit Gewalt verhindert werden, wo besonders Politiker der AfD immer wieder persönlich bedroht werden, wo es zu Sachbeschädigungen bis hin zu tätlichen Angriffen kommt, wo selbst Lesungen mit ehemaligen Bundesministern wie vor einigen Monaten in Göttingen nicht stattfinden können, weil ein linker Mob auch vor brutaler Gewalt nicht zurückschreckt. Und nun der beschauliche Dresdner Stadtteil Loschwitz, wo eine kleine Buchhandlung in der Nacht Ziel einer feigen Attacke war.

Sveta Dagen (19) war allein im Haus, als es vergangene Nacht gegen 0.45 Uhr einen lauten Knall gab. Die junge Frau lief zum Fenster, sah eine Stichflamme und griff zum Telefon, um die Polizei zu informieren. Dabei hörte sie noch Schritte von vermutlich zwei Personen, die sich schnell entfernten. Sveta ist die Tochter von Susanne Dagen, die seit Jahren das BuchHaus Loschwitz betreibt, und die seit 2019 für die Freien Wähler (FW) im Dresdner Stadtrat sitzt.

Im BuchHaus Loschwitz gibt es ganz normale Bücher zu kaufen wie überall anders auch. Aber die Eigentümerin gibt auch Autoren eine Plattform, die anderswo keine Chance bekommen. Und ja, darunter sind auch „rechte“ Autoren. Im Gespräch mit TheGermanZ sagt Sveta Dagen, dass es im Geschäft ihrer Mutter keine extrmistischen Schriften oder „verbotene Bücher“ gibt. Es gehe ihrer Mutter einfach um Meinungsvielfalt und Demokratie, damit in der Gesellschaft ein offener Diskurs stattfinde. Doch der ist von der linken antifa in diesem Land nicht gewollt. Immer wieder erhält Susanne Dagen Morddrohungen, ihr Twitter-account wurde gehackt und Fremde bemächtigten sich ihrer identität, um Hassbotschaften zu verbreiten. Einmal gab es sogar eine Demo auf der Straßenseite gegenüber, und auf dem Veranstaltungskalender des angegliederten KulturHauses Loschitz schrieb jemand mit einem Edding-Stift fett das Wort „Nazi“.

Wie es jetzt weitergeht? Überall im Laden sind noch Glasscherben verteilt, und es stinkt, denn die Täter haben eine Plastikflasche mit Buttersäure ins Geschäft geworfen, ein fauliger Geruch hängt in der Luft. Eine Glasversicherung, immerhin, haben die Dagens, die jetzt eine Videokamera installieren wollen.

Der SPIEGEL schreibt, Dagens Buchhandlung bewege sich „im Dunstkreis des rechten Verlegers Götz Kubitschek, der die »Exil«-Bücher über seinen Webshop verkauft“, eine Buchreihe Dagens, in der auch die in ganz Deutschland bekannte Schriftstellerin Monika Maron publiziert wurde, nachdem sich der S. Fischer Verlag nach jahrzehntelanger erfolgreicher Zusammenarbeit überraschend von ihr getrennt hatte.

Das BuchHaus Loschwitz wurde 2015 und 2016 mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet.

Die Autorin Vera Lengsfeld hat auf ihrem Blog zur Solidarität mit Susanne Dagen aufgerufen. Dem schließen wir uns an. Kontakt hier

Bildquelle:

  • BuchHaus_Loschwitz_Dagen: susanne dagen

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.