Max Josef Strauß: „Mein Vater hätte Hans-Georg Maaßen geschätzt”

Kandidiert im Wahlkreis 196 in Thüringen für ein CDU-Direktmandat: Hans-Georg Maaßen.
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MÜNCHEN – Zur bevorstehenden Bundestagswahl baten wir Max Josef Strauß und Alexander Komianos, Gründer des Think Tanks „IFCSP – Internationaler Freundeskreis einer Christlich Sozialen Politik e.V.“ um eine aktuelle Bewertung der politischen Lage.

Herr Strauß, Herr Komianos, was ist ihr Eindruck zum aktuellen Wahlkampf in Deutschland?

MJS:
Die Spitzenkandidaten versuchen, das Wahlprogramm ihrer jeweiligen Partei zu verstecken, so gut es geht, statt es zu verteidigen. Dazu hätte im Vorfeld alles auf den Prüfstand gehört. Jetzt liegt mit Olaf Scholz der beste Kanzlerdarsteller mit Amtsbonus vorne. Die Union versucht, Angela Merkel ohne Amtsbonus zu spielen. Das kann nicht funktionieren. Dieser Neubeginn fehlt, den jeder Neue gleich aus welcher Partei machen müßte, und zwar ohne Schuldzuweisung. Angela Merkel hat ganz bestimmt nie böswillig gehandelt, sondern besten Gewissens, und dabei wie wir alle Fehler gemacht, die wir nun aufarbeiten müssen. Politik kann nie die Vergangenheit rückgängig machen, nur die Zukunft besser. Merkels schlimmstes Wort ist “alternativlos”, und darin liegt der große Unterschied zu meinem Vater. Der hat die Alternativen in seinen Reden aufgezeigt und seine Entscheidung begründet. Darin bestand seine große einigende Kraft.

Komianos:
Es scheint, als hätte die oft zitierte asymmetrische Demobilisierung Angela Merkels alle Parteien und große Teile unserer Gesellschaft erfasst. Es werden kaum mehr Unterschiede erkennbar. Das politische Spitzenpersonal hat parteiübergreifend bei weitem nicht mehr das qualitative Format früherer Zeiten. Es fehlt ihnen beinahe allen, an einem starken Fundament, an Charisma und der Fähigkeit und dem Mut, den Bürgern auch unbequeme Wahrheiten zu sagen und diese zu vertreten.

Darüber hinaus wäre erforderlich, die drängendsten Probleme unseres Landes zu thematisieren:

• Wie stellen wir uns zur Migration? Wie machen wir das beste für Deutschland daraus? Wie stoppen wir in diesem Kontext die Überlastung unserer Sozialsysteme?
• Wann und wie wird endlich der viel beschworene Digitalstaat realisiert?
• Wie sichern wir das Finanzsystem und die Einkommen und verhindern Altersarmut, von der viele sich bedroht sehen.
• Wie lösen wir das Energieproblem mit bezahlbaren Preisen und hoher Liefersicherheit ohne der Gefahr eines “Energie-Blackouts”?

Herr Strauß, Herr Komianos, warum haben Sie sich aus Oberbayern kommend für eine Unterstützung Hans Georg Maaßens im Bundestagswahlkampf entschieden?

MJS:
Weil ich glaube, dass ein gescheiter Kopf wie Maaßen in die Politik gehört, schlecht qualifizierte Leute haben wir genug. Er steht mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes und seiner Werteordnung. Daher sind alle Angriffe gegen ihn zusammengebrochen. Maaßen ist weit und breit der einzige, der sagt, was er denkt, und denkt, was er sagt. Das Problem bei der Migration in Deutschland ist nicht, wie viele kommen, sondern wie viele nicht ausgebildete Kostgänger(innen) zu uns kommen, deren Beitrag zum Bruttosozialprodukt erst ihre Kinder erbringen werden. Ausweisungen sind praktisch kaum möglich. Daher braucht es neue Lösungsansätze, und die traue ich ihm zu.

Komianos:
Hans Georg Maaßen wäre aus meiner Sicht der richtige Mann für das Innenministerium, neben Merz als Wirtschafts- oder Finanzminister.

Erst einmal muss Maaßen in den Bundestag gewählt werden. Aber weil wir gerade dabei sind, Herr Strauß, würde ihr Vater, der große Franz Josef Strauß, heute Hans Georg Maaßen wählen?

MJS:
Ich beantworte nie Fragen, was mein Vater tun würde, weil ich dann in Gefahr laufe, ihn und sein Ansehen für meine Meinung zu missbrauchen. Ich bin mir aber absolut sicher, dass er ihn wertschätzen würde. Mein Vater hat parteiübergreifend immer Fachleute geschätzt, die genau wussten, wovon und worüber sie reden. Hans Georg Maaßen gehört diesem Club an. Wenn ich im Bundestagswahlkreis 196 wählen könnte, würde ich Maaßen selbstverständlich wählen. Um so einen Fachmann kann jeder Wahlkreis froh sein.

Meine Herren, herzlichen Dank für das Gespräch.

Bildquelle:

  • Hans Georg Maaßen_Schwarm: vers 1 medien gmbh
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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.