Liebe CDU, warum sprecht Ihr nicht einfach mal mit Hans-Georg Maaßen?

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

In was für unruhigen Zeiten leben wir alle, oder? Mein Früher Vogel über Träume und konkrete Pläne vieler Mitbürger, Deutschland dauerhaft zu verlassen, ist der bisher meistgelesene Artikel 2023 bei uns mit fast 28.000 Aufrufen. Die Leute meinen das ernst, und ich kann mich nur wiederholen: Wenn ich in Portugal oder Kroatien bin, in einem Altstadt-Café sitze und Mandeltorte esse und Espresso dazu trinke, dann kommen mir auch solche Gedanken. Warum eigentlich nicht?

Der abgewählte aber – dank CDU – immer noch Thüringen regierende Ministerpräsident Bodo Ramelow verteilt gute Ratschläge. Wie wir die Demokratie besser machen und was die CDU tun „muss“, nämlich das Verhältnis zu Hans-Georg Maaßen „klären“. Darauf hat die Welt gewartet, oder?

Mit Verlaub, Herr Ramelow – wenn hier Demokratie wäre, dann säßen Sie seit drei Jahren auf Ihrer Datsche irgendwo im Freistaat und würden auch Mandeltorte essen, vermutlich gemeinsam mit dem profillosen CDU-Vorturner in Thüringen. Aber ganz sicher würden sie nicht mehr regieren.

Der CDU-Mann heißt übrigens Mario Voigt, und die meisten von Ihnen haben zurecht noch nie etwas von ihm gehört, den er verkörpert in seiner Person auf den Punkt, warum die CDU heute in weiten Teilen Deutschlands für bürgerlich-konservative Menschen einfach nicht mehr wählbar ist. Ein profilloser Apparatschik, dem man nachsagt, er träume davon, Wasserträger Ramelows in der ersten blurot-schwarzen Regierungskoalition Deutschlands zu werden.

Helmut Kohl dreht sich im Grabe um, wenn er sich im Himmel mit Voigt beschäftigt. Aber auch das ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich kennt er ihn auch nicht…

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Ramelow von der SED-Nachfolgepartei gibt also der CDU Ratschläge. In Demokratiekunde sozusagen. Und das nicht etwa in der Frage, wie ein vom Volk abgewählter Ministerpräsident in Würde sein Amt aufgibt, sondern wie sie es mit Hans-Georg Maaßen halten soll. Und Hans-Georg Maaßen, der steht tatsächlich als der schwarze Elefant im CDU-Laden herum, und sie tun so, als sei er gar nicht da. Bloß nicht drüber reden…

Maaßen ist ein kluger Mann, ein Konservativer alter Schule. Unbequem, einer der die richtigen Fragen stellt und – besonders ärgerlich für das Konrad-Adenauer-Haus in Berlin – auch gleich noch Antworten mitliefert. Anders als ein Voigt oder der zurecht abgewählte CDU-Spitzenmann aus dem Saarland, dessen Namen mir gerade nicht einfällt, hat Maaßen ein markantes politisches Profil. Eines, das früher – vor Merkel – in der CDU hochwillkommen war.

Doch jetzt tanzt man ums woke Kalb und möchte so gerne auch irgendwie modern sein

Nachdem der erste Versuch gescheitert ist, Hans-Georg Maaßen aus der CDU rauszuschmeißen, und ich immer noch nicht verstehe, warum eigentlich, bereiten sie in Berlin angeblich ein zweites Parteiausschussverfahren gegen den einstigen untadeligen Spitzenbeamten vor. Vermutlich werden sie irgendwas vorbringen wie, er habe beim Obstkaufen im Edeka „guten Morgen“ zur Dame an der Kasse gesagt, und die sei vor sechs Jahren mal AfD-Bezirksratskandidatin in Charlottenburg gewesen, also voll Nazi. Und bald marschieren die Edeka-Kassendamen in Uniform durchs Brandenburger Tor und tragen Maaßen-Schilder mit sich herum.

Dieses absurde Framing, wo Mainstreammedien und Politiker der Bevölkerung sagen, wie sie was zu sehen und welche Schlüsse sie darauf zu ziehen haben, funktioniert nach meiner Wahrnehmung noch bei etwa einem Viertel der Deutschen – und das ist schon schlimm genug.
Ein alter Freund sagte mir vor ein paar Tagen am Telefon, es sei richtig, die AfD – sie wird inzwischen von fast einem Viertel der Bevölkerung favorisiert – von Ämtern und Geld abgeschnitten wird. Denn das seien alles – kein Witz – „Faschisten“.

Viele Leute glauben das wirklich und vertreten das mit Inbrunst, obwohl es erkennbar kompletter Schwachsinn ist. Ich selbst lasse mich dauernd von AfD-Hardlinern anpöbeln, wenn ich auf den Geflügelhof und die alten Kameraden zu sprechen komme, die erregt werden, wenn sie eine Fotomontage vom russischen Kriegsverbrecher mit nacktem Oberkörper sehen. Aber das ist doch nicht „die AfD“, und schon gar nicht die Masse der Mitglieder und die Millionen Wähler sind auch keine „Faschisten“. Die wollen einfach eine andere Politik als die von dieser rot-grün-gelben Trümmertruppe um Scholz und Habeck. Und das will ich auch.

Also, liebe CDU, lassen wir mal Ramelow beiseite, was Bodo der CDU empfiehlt ist noch irrelevanter als der berühmte Sack Reis, der in China umfällt. Mein Rat: Sprecht doch einfach mal mit Hans-Georg Maaßen, statt immer nur darüber nachzudenken, wie Ihr ihn loswerdet! Denn das werdet Ihr nicht…

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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