Leiter des katholischen Opus Dei am Montag gestorben

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Rom – Der langjährige Chef der katholischen Laienorganisation Opus Dei ist tot. Bischof Javier Echevarría (Foto) starb am Montagabend im Alter von 84 Jahren in Rom an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Leitung gehe “interimsweise” erst einmal an Fernando Ocariz über, teilte das Opus Dei Deutschland mit. Ocariz werde innerhalb eines Monats einen Kongress zur Wahl eines neuen Prälaten einberufen. Dieser Kongress müsse dann innerhalb von drei Monaten stattfinden. Die Wahl werde abschließend vom Papst bestätigt.

Das Opus Dei ist eine sogenannte Personalprälatur. Diese kirchenrechtliche Sonderform mit der Möglichkeit, unter Leitung eines Oberhirten eine eigene Einheit innerhalb der Kirche zu bilden, wurde 1969 vom Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführt und bisher nur dieser Organisation gewährt. Wegen ihres großen Einflusses in der katholischen Weltkirche, gibt es viele Legenden über geheime Strippenzieher in Vatikan und Regierung, deren Wahrheitsgehalt bisher allerdings nur rudimentär glaubhaft gemacht werden konnte. Wegen der einstigen Nähe führender Mitglieder zu dem spanischen Diktator Franco und später dem Chef des Militärregimes in Chile, Pinochet, wird die Organisation bis heute kritisiert.

Die Mitglieder des “Werkes Gottes” sind angehalten, ihr Leben im Alltag zu heiligen –  durch Askese und “Kasteiung”. Die Mitglieder sollen die Gesellschaft durch ein konsequent christliches Leben in einflussreichen Positionen prägen.

Papst Johannes Paul II. (1978–2005) gewährte der konservativen Vereinigung 1982 die bislang einmalige Rechtsform einer Personalprälatur mit einem Bischof an der Spitze.

Eine Totenmesse für den verstorbenen Prälaten des Opus Dei wird am kommenden Samstag, 17. Dezember, um 15 Uhr in der Pfarrkirche St. Pantaleon (Am Pantaleonsberg 10a, 50676 Köln) gelesen.

Bildquelle:

  • javier-echevarria_opus_dei: opus dei
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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.