Konzernumbau reißt Commerzbank in die roten Zahlen

ARCHIV - Das Logo der Commerzbank ist an einer Filiale in Sichtweite der Zentrale angebracht. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
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FRANKFURT/M. – Nach einer halben Milliarde Euro Verlust im zweiten Quartal sind für die Commerzbank schwarze Zahlen im Gesamtjahr 2021 wieder in weitere Ferne gerückt. 394 Millionen Euro Miese standen Ende Juni in der Halbjahresbilanz, wie der Frankfurter MDax-Konzern am Mittwoch mitteilte.

Zum Auftakt des Jahres hatte die Commerzbank noch mit der Rückkehr in die Gewinnzone überrascht. Doch hohe Kosten für den Konzernumbau sowie weitere Rückschläge im zweiten Vierteljahr pulverisierten die Anfangserfolge. Für den Drei-Monats-Zeitraum April bis einschließlich Juni wies die Commerzbank 527 Millionen Euro Verlust aus – nach einem Gewinn von 183 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der seit 1. Januar amtierende Konzernchef Manfred Knof äußerte sich gleichwohl zufrieden: «Wir haben im ersten Halbjahr ein solides operatives Ergebnis erzielt. Die Umsetzung der Strategie ist voll auf Kurs.» Im Tagesgeschäft verdiente die Bank im ersten Halbjahr 570 Millionen Euro, gerade einmal 32 Millionen Euro davon im zweiten Quartal.

Teuer zu stehen kommt die Commerzbank der seit Jahresbeginn laufende Konzernumbau inklusive Stellenabbau und Filialschließungen. 976 Millionen Aufwendungen buchte das Institut dafür im ersten Halbjahr, davon 511 Millionen Euro im zweiten Quartal.

Dazu kamen weitere Belastungen: Allein 200 Millionen Euro schrieb die Bank für die abgeblasene Auslagerung der Wertpapierabwicklung ab. Das Großprojekt war 2017 noch unter dem damaligen Vorstandschef Martin Zielke angeschoben worden, nun wurde ein möglicher Deal mit der britischen Großbank HSBC abgesagt, Zielkes Nachfolger Manfred Knof stoppte das bereits mehrfach verzögerte Großprojekt im Juli mit sofortiger Wirkung. Zur Begründung hieß es: Das deutlich gewachsene Handelsvolumen und die technologische Weiterentwicklung ermöglichten es der Commerzbank, die Wertpapierabwicklung profitabel fortzuführen.

Bildquelle:

  • Commerzbank: dpa
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