Seit Mittwoch wüten etwa 100 Extremisten in dem Ort. Er befindet sich in der gasreichen Provinz Cabo Delgado im Nordosten Mosambiks, wo Frankreichs Energiekonzern Total an einem knapp 17 Milliarden Euro teuren Flüssiggasprojekt beteiligt ist. Total hatte etwa 1000 Mitarbeiter von einem benachbarten Ergasprojekt in Sicherheit gebracht.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zitierte Augenzeugen, die von mehreren Leichen in den Straßen Palmas berichtet hatten. Im benachbarten Südafrika kursierten Gerüchte über Dutzende Vermisste, die wahrscheinlich bei der Attacke ums Leben gekommen sind. Aus Südafrika stammen auch viele der Kontraktarbeiter, die in Nordmosambik für Total tätig waren.
In Cabo Delgado führen islamistische Rebellen seit 2017 brutale Angriffe durch, bei denen sie Zivilisten töten und Dörfer niederbrennen. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk hat die Gewalt mehr als 530.000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Rebellion hat Experten zufolge ihre Wurzeln in den Missständen und Klagen der Bewohner der Region, die sehr arm ist und jahrelang von der Regierung vernachlässigt wurde.
Die tagelangen, blutigen Kämpfe in Palma zeugen nach Ansicht der südafrikanischen Sicherheitsexpertin Jasmine Opperman von einer Neuausrichtung der dort aktiven islamistischen Terrorgruppe. Es zeige sich eine Trendwende in den drei Jahre währenden Aktivitäten. «Wir können klar erkennen, dass sich Taktik und Planung der Gruppe deutlich verbessert haben», sagte die Afrika-Direktorin des Konsortiums für Terrorismusforschung und -analyse (TRAC) in Johannesburg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Bewaffnung der Extremisten sei beeindruckend.
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- Terrorangrif auf Palma: dpa