Illegale Migranten aus Belarus: Polen schließt seine Grenzen

Polnische Grenzschutzbeamte in der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny im Grenzgebiet zu Belarus. Foto: Artur Reszko/PAP/dpa
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WARSCHAU – Wegen vieler illegal über Belarus einreisender Migranten will nun auch Polen einen Zaun an der Grenze zum östlichen Nachbarn errichten.

Der «neue, solide Zaun» solle 2,50 Meter hoch werden, schrieb Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak auf Twitter. Außerdem sollen weitere Soldaten den Grenzern helfen. An der 418 Kilometer langen Grenze sind derzeit 900 Soldaten im Einsatz.

Bereits vor kurzem hatte Litauen den Bau eines Zaunes an seiner Grenze zu Belarus beschlossen. Am Montag erteilte die Regierung den Zuschlag für den Bau der 508 Kilometer langen Barriere an einen staatlichen Energiekonzern.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde – als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen. Seitdem hatte vor allem Litauen mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten über die Grenze zu Belarus zu kämpfen.

Gegenseitige Vorwürfe und Verurteilungen

Am Montag warf Lukaschenko den Polen vor, sie hätten einen Konflikt an der Grenze angezettelt und die Staatsgrenze von Belarus verletzt. «Die Polen haben auf polnischem Gebiet 50 Leute eingefangen, die (…) nach Deutschland wollten, wohin Mutter Merkel sie gerufen hatte», sagte er laut Agentur Belta. Anschließend hätten die Polen diese Gruppe unter Androhung von Waffengewalt auf die belarussische Seite der Grenze getrieben.

Die Staats- und Regierungschefs von Litauen, Lettland, Estland und Polen verurteilten die Situation an der Grenze zu Belarus in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die Instrumentalisierung von Migranten zur Destabilisierung von Nachbarländern sei ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht, hieß es in der Mitteilung der vier Ministerpräsidenten. Dies könne als hybrider Angriff gegen die vier Länder und damit gegen die gesamte EU betracht werden.

Nach Angaben des polnischen Grenzschutzes harrt eine Gruppe von 24 Flüchtlingen seit Tagen in der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny im Grenzgebiet zu Belarus aus. Laut der Nachrichtenagentur PAP soll es sich um Afghanen handeln. Polnische Grenzer hätten die Flüchtlinge umstellt und den Zugang mit Fahrzeugen blockiert, auf belarussischer Seite seien bewaffnete Sicherheitskräfte zu sehen.

Bildquelle:

  • Polnische Grenzschutzbeamte: dpa
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