Heute ist Frauentag! Mein Vorschlag: Schaffen wir den in Deutschland endlich ab!

Anzeige

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

falls Sie heute noch nicht daran gedacht haben: Wir feiern den Internationalen Frauentag, eine Idee, die natürlich aus den USA stammt und zwar genau von den Frauen der “Sozialistischen Partei Amerikas” (SPA), die 1908 einen nationalen Kampftag für das Frauenwahlrecht ausrief. In Deutschland war es dann die Sozialistin Clara Zetkin, die auf den Zug aufspang. Jedenfalls möchte ich allen Frauen auf der Welt, besonders natürlich den wunderbaren und selbstbewussten Frauen, die diese Zeitung lesen, von ganzen Herzen gratulieren! Einfach, weil sie Frauen und damit einzigartig sind. Weil sie sich – zumindest in den demokratischen Ländern dieser Welt – alle Rechte oft gegen massiven Widerstand erkämpft haben.

Frauen haben oftmals die besseren Schul- und Studienabschlüsse, sie leisten Herausragendes – und das nicht nur als “Werktätige”, sondern besonders in den Familien, wie wir jetzt gerade in der Corona-Krise wieder unübersehbar erleben. Frauen können nahezu alles – so wie auch Männer nur nahezu – alles können. Ehrlich, so ein Frauentag ist sicher in vielen Teilen der Welt nützlich, in denen Frauen als minderwertig gelten. Denken Sie an Indien, wo viele Babys abgetrieben werden, wenn das Kind im Mutterleib erkennbar weiblich ist. Denken Sie an barbarische Rituale wie Beschneidung, denken Sie an Zwangsehen und Morde der Ehre willen, die auch häufig mit dem freien Frausein begründet werden.

Und über was reden wir in Deutschland an diesem Tag? Über Quoten für ein paar Karriereweibchen in Politik und Konzernen, die über Quoten gut bezahte Pöstchen abgreifen wollen. Wenn man die hiesige Feminismusindustrie betrachtet und mit dem vergleicht, was für existenzielle Probleme Frauen heute noch überall auf der Welt haben, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen möchte. Da werden Frauen entwürdigt und gequält, hier sitzen sie im Markenkostüm in den ARD-Palaverrunden und fabulieren über “gläserne Decken”, die ihr berufliches Fortkommen behindern.

Tausende amtlich bestellte und von uns allen bezahlte sogenannte Gleichstellungsbeauftragte, die im Grunde reine Frauenbeauftragte sind, im Land von Angela Merkel, “Malu” Dreyer, Claudia Roth, Friede Springer, Liz Mohn, Susanne Klatten und Anne Will sind ein Anachronismus. Jede Frau kann in diesem Land ganz nach oben kommen – ohne Quoten und Gedöns. Und keine von diesen und den vielen anderen Frauen braucht ein Gendersternchen in der Anrede, wenn sie einen Brief öffnet. All diese Debatten sind eher ein Ausdruck von politischer Wohlstandsverwahrlosung, denn vom Bemühen um Frauenrechte. Und im Übrigen sind meine persönlichen Heldinnen die Frauen, die unter schweren materiellen Bedingungen ihre Kinder mit Engagement und Liebe erziehen. Aber natürlich muss das ohne Druck geschehen, und natürlich muss das Staat dafür sorgen, dass keine Mutter, wirklich keine, in materielle Not gerät, weil sie sich um ihre Kinder kümmert.

Es gibt noch viele andere Themen, die uns heute beschäftigen werden. Die Korruption von einzelnen Unions-Abgeordneten, die anscheinend ihre Stellung nutzten, um einträgliche Geschäfte mit Schutzmasken zu machen. Das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan wird auch noch Wellen schlagen. Und Corona ist allgegenwärtig.

Ich habe jetzt einen Friseurtermin, passen Sie gut auf sich auf!

Herzlichst,

Ihr Klaus Kelle

 

Anzeige

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.