von JULIAN MARIUS PLUTZ
BERLIN – Die Banalität des Blöden ist allgegenwärtig. Während der grüne Pate Robert Habeck Mitglieder seiner Fagmilia Jobangebote macht, die sie aufgrund der properen Dotierung nicht ablehnen können, klebt sich der 14-Jährige Jamie auf den Straßen von Berlin fest. Doch bevor er das tut, muss er der Welt beweisen, dass er die irre Propaganda der „Letzten Generation“ inhaliert hat. Durchaus mit Erfolg: „Auch ich würde lieber in die Schule gehen und die Freizeit mit meinen Freund:innen verbringen. Unser aktueller Klimakurs lässt das aber nicht zu. Alle, die hier heute mit auf der Straße sitzen, haben Angst vor der Zukunft, auf die wir gerade zusteuern, einer Welt, die in Konflikten um Wasser, Nahrung und Lebensraum versinkt und aus der es kein Zurück mehr gibt.”
Die Pronomen der Banalität des Blöden lauten „ich“ und „meine“. So sagte der Pritt-Stift-Schüler vor seinem großen Auftritt im Presseverteiler seiner Sekte: „Ich durfte die jetzige Bundesregierung nicht wählen und werde auch nicht zur nächsten Wahl gehen dürfen. Ich kann aber einfach nicht dabei zuschauen, wie über meinen Kopf entschieden wird, dass kurzfristiger Protest und Bequemlichkeit wichtiger sind als meine Zukunft“. Kaum plakativer konnte Jamie, der stellvertretend und frei nach Ödön von Horvath für eine Jugend ohne Gott steht, seine individualistische Banalität präsentieren. Der Fakt zwischen Postliberalismus und Transhumanismus eingeklemmt zu sein, muss den Protagonisten so erdrückend vorkommen, dass sie sich willfährig einem grünen Stalinismus unterwerfen. Man kann nur hoffen, dass sie in ihrer Gottlosigkeit nicht von einem Ast erschlagen werden.
Der Widerstand kommt sechs Millionen Juden zu spät
Die Banalität des Blöden ist devot. Die Kapitulation vor Intellekt, Realität und Ökonomik wird mit einem Heldenepos kaschiert, der peinlicher kaum daherkommen kann. Greta Thunberg, die in ihrer Gesichtskrise das Leid einer ganzen, degenerierten Generation ausdrückt, steht genau dafür: „Wie könnt ihr es wagen, wegzuschauen und zu sagen, dass ihr genug tut, während keine Lösungen in Sicht sind?“. Und weiter heißt es:. „Wie könnt ihr es wagen? Ihr stehlt meine Kindheit!“ Es scheint, als seien sich die Herr- und Frauschaften uneins: Einerseits möchten sie einen völlig übersteigerten „Ich/meine-Individualismus etablieren, andererseits sind sie ganz Kind, indem sie die Verantwortung nach oben, an die Politik, abgeben. So wird das nichts mit der Revolution.
Die Banalität des Blöden ist frei von Identität.
So schrieb der Ghul von Holstein im Buch „Vaterlandsliebe – ein linkes Plädoyer: „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen und weiß es bis heute nicht.“
Habeck gibt sich nicht einmal ein Quantum Mühe, seine Abneigung gegenüber dem deutschen Volk auszudrücken. Für das Land, das beim Wort „Patriotismus“, „deutsch“ oder „Autobahn“ bereits Schnappatmung bekommt, als stehe eine erneute Machtergreifung der Nazis bevor, ist ein Politiker wie Robert Habeck nur folgerichtig. Dazu passt der unbändige Widerstand „gegen Rechts“. Eigentlich aber haben sie es bis heute nicht verdaut, dass Opa Kurt Auschwitz-Birkenau erst möglich gemacht hat. Ihr Widerstand gegen die Alten kommt sechs Millionen Juden zu spät.
Das Land der Dichter und Denker ist nur noch dicht
Die Banalität des Blöden ist absolut. Ihre Zwangsherrschaft fußt auf Druck von oben nach unten. Das Gegenteil von Zwang ist das Handeln. Handeln ist freiwillig und bietet immer auch die Möglichkeit, nicht zu Handeln. Die Grünen möchten zwingend die Herrschaft der Öko-Diktatur etablieren. Alles, was dem gottlosen Wahn im Weg steht, muss verboten werden. Fleischkonsum, Verbrennermotoren und Andersdenkende. Noch nie war Totalitarismus so woke, so fresh und so nice. Das Abendland wird in die Nacht verbannt, während das Volk sich über das 49-Euro Ticket freut. Dekadenz gibt es frei Haus.
Die Banalität des Blöden schafft sich ab. Das Gute daran ist: Wir sind so mit uns und unser Unmaßgeblichkeit beschäftigt, dass wir gar nicht merken, dass Deutschland wie Schlecker abgewickelt wird. So sagte die Tochter des Drogeriegründers, Maike, im Jahr 2012 kurz vor der Insolvenz: „Ich glaube, Sie haben nicht verstanden. Es ist nichts mehr da“. Ich glaube, dass die Deutschen nicht verstanden haben, dass bald von ihrem Land nichts mehr da ist. Das Land der Dichter und Denker ist nur noch dicht. Besoffen von ihrer eigenen moralischen Überheblichkeit exportieren sie Moralinsäure in Serienfertigung. Das Dumme ist nur, kaum einer möchte sie abnehmen. Das Geschäftsmodell des Landes, in dem man gut und gerne leben kann, wie uns Totengräberin Merkel einst weismachen wollte, ist ein Ladenhüter. Jeder hat durchschaut, dass mit der Banalität des Blöden kein Fortschritt zu machen ist. Außer den Deutschen.
Die Jugend hat besseres verdient
Die Allgegenwärtigkeit der Banalität des Blöden wird durch ihre journalistischen Propheten perpetuiert. Ohne den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk und einer aufgeblähten Haltungsjournaille wäre weder der Zeitgeist so verkommen, noch die Grünen an der Macht. Die Banalität des Blöden ist allgegenwärtig. Allgegenwärtig bedeutet permanent. Durch die orchestrierte Reizüberflutung ist für viele der Ausweg nicht mehr möglich. Die mentalen Kapazitäten sind endlich und bereits überschritten. Das bemerkt man nicht nur an einem heillos überforderten Robert Habeck, sondern vor allem an Jungs wie der 14-Jährigen Jamie.
Er tut mir ehrlich leid. Ich glaube, 14-Jährige wissen nicht zu jeder Zeit, was sie tun. Sie sind Opfer der Banalität der Blöden. Ihre Jugend besteht aus Angst und Kleber. Eine ausgewachsene und infantile Ideologie vergewaltigt eine ganze Generation. Die Jugend, auch wenn sie noch so indoktriniert ist, hat besseres verdient als eine Erwachsenheit voll Larmoyanz und moralisches Falschspiel. Jugendliche sollten an Fußball denken, an die erste Liebe und an Feiern, bis die Sonne aufgeht. Die Leichtigkeit kommt als Schwere wieder. Und irgendwann werden traumatisierte Jugendliche zu gefährlichen Erwachsenen, sitzen im Bundeskabinett und hören auf den Namen Robert Habeck.