Geheime Treffen mit Putins Gesandten: Die dubiosen Spiele des Präsidenten-Schwiegersohns

Vertraute: Donald Trump spricht im Weißen Haus mit seinem Schwiegersohn und Berater Jared Kushner. Foto: Andrew Harnik
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Washington – Donald Trumps Schwiegersohn und Berater, Jared Kushner, hat nach einem Bericht der Washington Post die Möglichkeit eines geheimen Kommunikationsdrahtes zum Kreml erwogen.

Entsprechende Gespräche habe er im Dezember 2016 – nach der Wahl seines Schwiegervaters zum US-Präsidenten – mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, geführt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungsbeamte, die in der Sache informiert wurden. Quelle sollen russische Aufzeichnungen sein.

Für das FBI prüft Robert Mueller als Sonderermittler die Frage, ob das Trump-Lager in Verwicklungen mit der russischen Regierung verstrickt war. Kushner hatte sein Treffen mit Kisljak zunächst nicht pflichtgemäß angegeben, dies jedoch später nachgeholt. Das FBI hält ihn nach Medienberichten inzwischen in der Russland-Frage für eine wichtige Person.

Nach dem Bericht der «Washington Post» soll Kushner vorgeschlagen haben, die russische Botschaft in Washington für die Kommunikation zwischen Trumps Übergangsteam mit dem Kreml zu nutzen. Ein geheimer und sicherer Draht hätte gewährleisten sollen, dass die Kommunikation abgeschottet bleibt.

Bei dem Treffen, bei dem auch Trumps früherer Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn zugegen gewesen sein soll, sei auch ein Treffen zwischen einem Gesandten Trumps mit einem russischen Kontakt in einem Drittstaat vereinbart worden.

Wer dieser Entsandte sein sollte, wurde aus den vorliegenden Unterlagen nicht bekannt. Die «Washington Post» hatte jedoch im April berichtet, dass sich Erik Prince, Gründer des privat geführten, einstigen militärischen Sicherheitsdienstes Blackwater und informeller Trump-Berater, auf den Seychellen mit einem Gesandten von Russlands Präsidenten Wladimir Putin getroffen hatte.

Die «Washington Post» berichtete unter Berufung auf Quellen in der Regierung auch, dass die Wahlkampf-Organisation von Donald Trump aufgefordert wurde, alle Unterlagen zurückreichend bis ins Jahr 2015 an den Geheimdienstausschuss des Senats zu übergeben. Dies sei das erste Mal, dass ein Senatsausschuss das gesamte Wahlkampflager ins Visier nehme. Bisher seien nur Einzelpersonen Ziel der Untersuchungen gewesen.

Bildquelle:

  • Trump und Kushner: dpa
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