Ex-Geheimdienstchef Hans Georg Maaßen kandidiert in Thüringen für den Bundestag

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ERFURT – Ein echter Paukenschlag aus dem beschaulichen Erfurt: Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, soll im Wahlkreis des gerade zurückgetretenen Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann am 26. September für die CDU als Direktkandidat antreten. Hauptmann war erst vor Tagen zurückgetreten, weil er sich im Rahmen der Corona-Pandemie an dubiosen Geschäften mit Schutzmasken bereichert haben soll. “Tichy’s Einblicj” meldete eben, dass Maaßen seine Bereitschaft zu kandidieren erklärt habe.

Hans Georg Maaßen, der Mitglied der WerteUnion, der konservativen Basisbewegung in CDU und CSU ist, gehört zu den schärfsten Kritikern der Amtsführung und Politik der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU habe in den Merkel-Jahren zu viele Kompromisse eingegangen und christdemokratische Positionen aufgegeben. Wörtlich: “Ich bin der Partei damals nicht beigetreten, damit Millionen Asylsuchende nach Deutschland kommen und es eine Asylpolitik ohne Obergrenze gibt.” Bei der Parteibasis erntete Maaßen dafür viel Zustimmung, nicht wenige forderten, er solle sich an die Spitze einer neuen politischen Partei setzen. Doch das lehnte der Jurist konsequent ab, so verlockend manche Idee auch hätte sein können.

Maaßen war in der Öffentlichkeit stets präsent und wurde immer wieder für höchste Ämter ins Gespräch gebracht – meistens wohl gegen seinen eigenen Willen. So wurde er im Zusammenhang mit der Besetzung des sächsischen Innenministeriums ebenso genannt wie in der Regierungskrise vergangenes Jahr in Thüringen, als Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich von der FDP auf Anordnung der Kanzlerin per Telefonanruf aus Südafrika zum Abschuss freigegeben wurde. Auch damals gab es Manche, die von einer bürgerlichen Mehrheit aus CDU, FDP und AfD träumten mit Maaßen als Ministerpräsidenten an der Spitze. Auch das lehnte er ab.

Im vergangenen September erlebte der konservative CDU-Mann in Erfurt einen umjubelten Auftritt beim alljährlichen Treffen der bürgerlichen Schwarmintelligenz des Publizisten und Medienunternehmers Klaus Kelle, das inzwischen als wichtigstes parteiübergreifendes Treffen der bürgerlichen Szene in Deutschland gilt.

Nun zieht Hans Georg Maaßen (58) vom Niederrhein doch noch einmal in eine große politische Schlacht. Und wird damit das politische Deutschland wohlmöglich kräftig aufmischen…

Bildquelle:

  • Hans Georg Maaßen_Schwarm: vers 1 medien gmbh
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