“Erfurter Frühling” nach 24 Stunden vorbei: FDP-Ministerpräsident Kemmerich tritt zurück

Anzeige

von KLAUS KELLE

Nur einen Tag nach seiner Wahl tritt der frisch gewählte Ministerpräsident von Thüringen, Thomas Kemmerich (FDP) zurück. Der Druck aus der eigenen Partei war dem Politiker, der mit den Stimmen seiner Partei, der CDU und der AfD gewählt wurde, zu groß geworfen. “Der Rücktritt ist unumgänglich”, sagte Kemmerich vorhin in Erfurt. Er wolle das Amt des Ministerpräsidenten nicht dadurch beschädigen, dass er mit Stimmen  der AfD gewählt wurde.

“Gestern hat die AfD mit einem perfiden Trick versucht, die Demokratie zu beschädigen”, sagte Kemmerich und meinte damit wohl,  dass die AfD einen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt hatte, der aber nicht eine einzige Stimme im dritten Wahlgang erhielt. Stattdessen wählte die AfD den Liberalen.

Er wolle nun auf eine Auflösung des Landtags hinarbeiten und strebe Neuwahlen an. Dazu bedarf es aber einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament, d. h. CDU, Linke, SPD, Grünen und FDPmüssten mitmachen, sofern man nicht wieder auf die zweitstärkste Fraktion AfD angewiesen sein will. CDU-Chef Mike Mohring kündigte eben an, dass seine Partei nicht für Neuwahlen zur Verfügunhg stehe und stattdessen mit SPD, Grünen und FDP über einen Ausweg aus der Lage beraten wolle.

HAT IHNEN DIESER BEITRAG GEFALLEN?

WOLLEN SIE DIESE UNABHÄNGIGE STIMME UNTERSTÜTZEN?

Bitte spenden Sie für freien, unabhängigen und seriösen Journalismus:

DE06 3305 0000 0000 3447 13

Bildquelle:

  • Landtag_Thüringen_Erfurt: landtag_thüringen
Anzeige

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.