EM-Stadion in Regenbogenfarben? Weder die Stadt München noch die UEFA haben das Recht, Ungarn zu beleidigen

ARCHIV - Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland begrüßt die Idee einer in Regenbogenfarben leuchtenden Münchner EM-Arena. Foto: Tobias Hase/dpa
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von KLAUS KELLE
MÜNCHEN – Es soll ein europaweit sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung und für Toleranz sein. Doch in Wahrheit ist es Anmaßung und Diskriminierung der übelsten Art gegen ein anderes europäisches Land.

Wenn man Gäste zu sich nach Hause einlädt, dann bemüht man sich ein guter Gastgeber zu sein, man ist freundlich, höflich, behandelt seine Gäste mit Respekt. All das will die Stadt München ignorieren, der man einst besonders nachsagte, gute Gastgeber zu sein. Mit Unterstützung verschiedener Lobbygruppen der Honmosexuellen-Verbände sowie der verqueerten Community in Deutschland soll am Mittwoch das Münchner EM-Stadion in Regenbogenfarben erstrahlen, während auf dem Rasen Deutschland auf Ungarn trifft. Die Stadt München will es so, Aktivisten und linksgrüne Klatschkolonnen im Netz bejubeln den Vorschlag. Sie wollen damit gegen die ihrer Meinung nach homo- und transfeindliche Haltung der Mehrheit Ungarns unter seinem Präsidenten Viktor Orbán protestieren. Was sie dabei ignorieren: Ungarn hat – wie Polen und andere – das Recht, anderer Meinung zu sein, als die deutschen Volksbeglücker, für die Toleranz immer nur bedeutet, dass andere ihrer eigenen Meinung zuzustimmen haben.”

Letzte Wort bei UEFA

Doch ob die bunten Farben, die weltweit als Symbol für unbeschränkte sexuelle und geschlechtliche Lässigkeit gelten,tatsächlich erstrahlen, das wird sich zeigen. Sollte die UEFA diese Form von Diskriminierung anderer Staaten und ihrer Bevölkerung tatsächlich zulassen, dann ist es auch in diesem Bereich die Zeit gekommen, endlich konsequent Widerstand gegen die einseitige Politisierung des Sports zu leisten. Die Europäische Fußball-Union UEFA hat sich offiziell noch nicht zu der Initiative geäußert. Aber möglich ist natürlich im bunten Deutschland der linksgrünben Vielfalt nahezu alles. In Stadien der Bundesliga laufen Spieler nach Abpfiff auch schon mal mit Transparenten vor den feiernden Anhängern herum mit der Aufschrift “Danke für Euer Engagement gegen Rassismus”. Kann man machen, denn gegen Rassismus sind außer einer winzigen Sekte von Hohlköpfen alle. Wer es vergessen hat: Artikel 1 unseres Grundgesetzes schließt Rassismus aus. Aber darum geht es gar nicht.

Mir geht es auch nicht um Homosexualität an sich. Wie jeder, der viel mit Menschen zu tun hat, habe auch ich, hat unsere Familie auch Bekannte und Freunde, die schwul oder lesbisch sind. Allein deren Sache. Ich finde es gut in einem Land zu leben, in dem jeder für sich selbst entscheiden kann, wie er oder sie leben will und vor allem auch wie sie lieben wollen. Das geht den Staat nichts an, geht mich nichts an, aber es geht auch die Stadt München und die UEFA nichts an.

Der Vorschlag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an die UEFA ist – vorsichtig formuliert – eine Unverschämtheit. Herr Reiter darf das natürlich als Politiker, und ich bin sicher viele seiner SPD-Traditionswähler werden begeistert sein. Aber die UEFA hat anderen Ländern politisch nichts vorzuschreiben. Sie hat Menschen mit anderen Ansichten zu Familie und sogenannter Geschlechtervielfalt keine arrogante Besserwisserei vorzuführen.

Woher nehmen sie sich das Recht, im Namen von uns Fußballfans unseren Sport zu politisieren, andere Meinungen, ja ganze Völker zu diskriminieren?

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Bildquelle:

  • Regenbogenfarben: dpa
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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.