Ein englischer Lehrer zeigt in seiner Klasse Mohammed-Karikaturen – das erweist sich als Fehler

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von MIRIAM THÉRÈSE SOFIN

BATLEY – Ein erneuter Streit um Mohammed-Karikaturen ist vergangene  Woche im englischen Städtchen Batley in Yorkshire entfacht: Für die knapp 1000 Schüler der Batley Grammar School fiel am Freitag der Unterricht aus. Rund 50 Muslime hatten sich zum wiederholten Male vor dem Schulgebäude versammelt, um gegen einen Lehrer zu demonstrieren, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen der französischen Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” gezeigt hatte. Unmittelbar nach dem Vorfall war eine Welle des Protests über die Schule hereingebrochen, woraufhin diese die besagte Lehrkraft vom Dienst suspendierte und ankündigte, den Vorfall zu untersuchen.

Zugleich entschuldigte sich die Schulleitung bei den aufgebrachten Eltern in einem offenen Brief sowie bei den Protestlern persönlich mit einer tiefen Verbeugung “für den Einsatz des völlig
unangemessenen Materials in einer jüngsten Unterrichtsstunde”. Und auch der suspendierte Lehrer ließ der erbosten Meute seine “aufrichtige Entschuldigung” ausrichten.

Alles half nichts, die Unterwürfigkeit konnte die Lage nicht entschärfen; die aggressiven Proteste rissen nicht ab… Auf Videos und Bildern des grotesken Szenarios sind zornige Männer mit Bärten zu sehen, die sich ihre Schutzmasken vom Gesicht reißen und laut brüllen. Einige beklagen “Islamophobie” und andere rufen, die Bilder seien “so verletzend” für sie. Der suspendierte Lehrer und seine Lebenspartnerin mussten unterdessen nach Morddrohungen unter Polizeischutz gestellt und an einem geheimen Ort in Sicherheit gebracht werden.

Alles erinnert an den Fall des französischen Lehrers Samuel Paty, der im Oktober vergangenen Jahres von einem 18-jährigen tschetschenischen radikalen Muslim auf offener Straße enthauptet wurde. Auch Paty hatte zuvor die Mohammed-Karikaturen von “Charlie Hebdo” in seiner Klasse gezeigt. 2015 hatten islamische Extremisten die Redaktion der französischen Satirezeitung überfallen und zwölf Menschen ermordet.

Immerhin hat der britische Bildungsminister Gavin Williamson die Drohungen der radikalen Muslime öffentlich verurteilt, wenn auch dessen Sprecher es tunlichst vermied, direkt auf das Zeigen von Mohammed-Karikaturen einzugehen. So sagte er: “Es ist niemals akzeptabel, Lehrer zu bedrohen oder einzuschüchtern. Wir sind für einen Dialog zwischen Eltern und Schulen, wenn Probleme aufkommen. Die Art der Proteste, die wir gesehen haben, darunter Drohungen und Corona-Regelverstöße, sind aber völlig inakzeptabel.” Schulen dürften eine große Bandbreite an Lehrmaterial nutzen, sollten dabei jedoch “die politische Ausgewogenheit halten”.

Die in Batley ansässige muslimische Organisation “Purpose of Life” (z. dt. “Sinn des Lebens”), die mit der betroffenen Schule zusammenarbeitet, verurteilt auf ihrer Internetseite das “sadistische Verhalten” des Lehrers, den sie hierbei namentlich nennt und fordert seine fristlose Kündigung. Denn in ihren Augen hätten auch liberale Demokratien “Grenzen der Redefreiheit”.

Dagegen kritisierte die liberale Free Speech Union (FSU), die sich für die Meinungs- und Redefreiheit in Großbritannien einsetzt, das Vorgehen der Schulleitung mit den Worten: “Wir stehen solidarisch zu dem Lehrer der Batley Grammar School, der vom Dienst suspendiert wurde auf Druck eines zensorischen Mobs“. Der Entschuldigungsbrief der Schule an die Eltern komme einer Übernahme islamischer Ansichten gleich – insbesondere bezogen auf das im Islam verankerte Bilderverbot. Die Schule sei ihrem offiziellen Motto “Forte non ignave“ (z. dt. “Mutig, nicht feige”) nicht gerecht geworden.

Sogar einige Schüler der Bartley Grammar School bekannten sich zu ihrem Lehrer. Sie hatten noch am Freitag eine Petition auf Change.org für dessen Rückkehr ins Leben gerufen, die innerhalb von wenigen Stunden von über 4.000 Menschen unterschrieben, kurz darauf jedoch wieder gelöscht worden war – offenbar von Change.org selbst, um den absehbaren “Islamophobie”-Vorwürfen zu entgehen. Zweifelhaft ist, ob der Pädagoge die Rückkehr an seine Schule überleben würde und ob eine Gesellschaft von ihrem Lehrpersonal verlangen kann, bei der Verteidigung westlicher Werte ihr Leben zu riskieren.

Ginge es nach mir, sollten das doch lieber all die Politiker tun, die sich so vehement für den Zuzug radikaler Muslime in westliche Länder stark machen. Das wäre mal ein starkes Zeichen..

Bildquelle:

  • Batley_Grammar_School: the telegraph
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