Drei Viertel der Deutschen lehnen Gender-Quatsch ab: Aber ZDF und ARD setzen ihre Kampagne fort

Das ZDF handelt wie die ARD weiter gegen die Mehrheit der Zuschauer.
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von THOMAS PAULWITZ

HAMBURG/MAINZ – Bilden ARD und ZDF die Wirklichkeit ab? Beim Gendern tun sie es bewusst nicht. Der MDR hat seine Zuschauer befragt: Rund drei Viertel lehnen das Gendern im Rundfunk ab. Das geht aus der Studie „MDR fragt – Das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland“ hervor. Vom 2. bis zum 12. Juli befragte der Sender 25.731 Personen aus Mitteldeutschland zum Thema „Gendersprache – überbewertet oder unterrepräsentiert?“ Nur 22 Prozent befürworten es demnach, wenn der MDR gendert. Das ist nicht einmal ein Viertel, fast schon ein Fünftel.

Was macht der MDR aus diesem eindeutigen Ergebnis? Er strahlt eine Genderdebatte aus, die er zu drei Vierteln mit Genderbefürwortern besetzt, also genau im umgekehrten Verhältnis. Am 19. Juli sendet er die Diskussionsrunde „Fakt ist!“ aus Magdeburg. Der Titel lautet: „Reizthema Gendern – brauchen wir geschlechtergerechte Sprache?“

Auf der einen Seite stehen drei knallharte Genderaktivisten: die Leiterin der Duden-Redaktion, Kathrin Kunkel-Razum, die seit Anfang des Jahres auf www.duden.de das generische Maskulinum aus dem Traditions-Wörterbuch tilgt; dann der Direktor des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache, Henning Lobin, der in seinem Buch „Sprachkampf“, das übrigens im Dudenverlag erschienen ist, Genderkritiker als „Neue Rechte“ diffamiert; und schließlich Eva von Angern, Vorsitzende der Fraktion der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt. Sie hält normale Sprache mit generischem Maskulinum für diskriminierend.

Der MDR macht die Mehrheit zur Minderheit

Auf der anderen Seite steht auf einsamem Posten Norbert Dörner als Vertreter der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen (Anhalt), der ältesten deutschen Sprachgesellschaft von 1617. Er steht für eine über Jahrhunderte gewachsene, klare, verständliche Sprache und muss ganz allein die 74 Prozent vertreten, die das Gendern in den Medien ablehnen. Dörner ist mit dem Versprechen nach Magdeburg gelockt worden, dass die Runde ausgewogen besetzt sei. Doch als er im Studio eintrifft, stellt sich das als Irrtum heraus: Die Gendergegnerin Anna Kreye, Landesvorsitzende der Jungen Union in Sachsen-Anhalt, wird nur ins Publikum gesetzt und darf sich dort als eine von mehreren lediglich einmal kurz äußern.

Insgesamt läuft die Sendung höflich und gesittet ab. Die Genderverfechter können sich zurücklehnen und schieben einander die Bälle zu. Für sie ist es ein Heimspiel. Kritische Fragen der Moderatoren müssen sie nicht fürchten. Sie müssen auch niemanden diffamieren und in die rechte Ecke stellen, denn ihr Ziel haben sie bereits erreicht. Nicht nur, dass sich die Genderkritik bereits aufgrund der Zusammensetzung durch die MDR-Redaktion kaum Gehör verschaffen kann: Die meisten Zuschauer müssen auch den Eindruck gewinnen, dass sie einer Minderheit angehören.

In der Menschheitsgeschichte hat es sich oft als überlebensnotwendig herausgestellt, auf der Seite der Mehrheit zu stehen. Die Projektion einer verdrehten Wirklichkeit setzt daher einen Manipulationsprozess in Gang, der den Zuschauer zu einem Gegenstand machen soll, wie ihn sich diejenigen wünschen, die das Gendern durchsetzen: zu einem braven, unkritischen Mitmacher, der alles nachspricht, was ihm vorgesagt wird.

ZDF verheimlicht Umfrageergebnisse

Diese bewusste Missachtung der Zuschauermehrheit ist kein Einzelfall. Das ZDF-Politbarometer kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie der MDR. Eine repräsentative Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im selben Zeitraum stellte die Frage: „Wie wichtig finden Sie es, dass in den Medien weitgehend auf eine geschlechtergerechte Sprache geachtet wird?“ Sehr wichtig fanden es sechs Prozent der Befragten, wichtig fanden es 20 Prozent: insgesamt also wieder ungefähr nur ein Viertel Genderbefürworter.

Besonders auffallend: Weder bei der Vorstellung der Ergebnisse des ZDF-Politbarometers im Fernsehen noch in der Pressemitteilung der Forschungsgruppe wurden die Gender-Fragen mit einer Silbe erwähnt. Offensichtlich passten die Ergebnisse den Verantwortlichen nicht. Es ist tatsächlich das Verdienst der BILD, dass sie die verschämt und an versteckter Stelle veröffentlichten Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Würde ZDF-Intendant Thomas Bellut die Umfrageergebnisse ernstnehmen, müsste er in seinem Hause sofort die Genderei unterbinden. Das zeigen auch die Antworten auf folgende Frage: „Bei der Verwendung geschlechtergerechter Sprache werden in den Medien beim Schreiben zunehmend Trennzeichen wie Sternchen oder Schrägstrich eingefügt, also zum Beispiel Lehrer – Sternchen – Innen, und beim Sprechen wird dort eine kurze Pause gemacht, also Lehrer Innen. Finden Sie das gut?“ 71 Prozent der Befragten sagten „nein“, wiederum lediglich ein Viertel befürworteten diese Sprachverrenkung.

Neue ZDF-Sprecherin Jana Pareigis diskriminiert Zuschauermehrheit

Doch das ZDF nimmt keine Rücksicht auf die Zuschauer. Unterdessen hat nämlich die neue ZDF-heute-Sprecherin Jana Pareigis erklärt, unbedingt gendern zu wollen: „Ich möchte mich an alle Zuschauer*innen richten, und deswegen finde ich es wichtig, so zu formulieren.“ Auch die Genderpause will sie sprechen: „In diesem Bruchteil einer Sekunde werden alle mit eingeschlossen.“ Freilich schließt sie in diesem Sekundenbruchteil drei Viertel der Zuschauer aus, die vor dem Gender-Quatsch unbehelligt bleiben wollen. Das weiß sie.

Es bleibt die Frage: Wer stellt ARD und ZDF vom Kopf auf die Füße? Keiner erwartet von den öffentlich-rechtlichen Sendern, dass sie die vollständige Wirklichkeit abbilden können. Dazu ist diese zu vielschichtig. ARD und ZDF können nicht jeden Blickwinkel auf die Wahrheit einnehmen. Dass sie jedoch bewusst die Wirklichkeit ins Gegenteil verdrehen, schlägt den gebührenzahlenden Zuschauern ins Gesicht.

Bildquelle:

  • ZDF: dpa
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