Die Risiken von Anlagen in Aktienpakete sind überschaubar

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von PROF. DR. PATRICK PETERS

BERLIN – Für viele Sparer sind es dunkle Zeiten. Die Zinsen sind politisch gewollt und werden sich so schnell nicht erholen. Parallel steht die Rückkehr der Inflation an, und immer mehr Banken verlangen für immer weniger Einlagen Strafgebühren, euphemistisch als Verwahrentgelt bezeichnet. Damit schrumpfen typische Sparvermögen nach und nach zusammen. Der Wertverlust kann sich bei einem Ertrag von null in der toxischen Kombination von Inflation und Strafgebühren auf rund zwei Prozent jährlich belaufen.

Auch an der Front der privaten Renten- und Lebensversicherungen sieht die Lage nicht allzu gut aus. „Besonders leiden Lebensversicherer beziehungsweise deren Kunden unter den permanent niedrigen Zinsen. Denn die Lebensversicherer legen den Großteil ihrer Kundengelder weiterhin in festverzinslichen Wertpapieren an, obwohl diese kaum noch Zinsen einbringen“, sagt Hannes Fahrnberger, CEO des Lebensversicherungsunternehmens Vienna-Life AG in Liechtenstein. Klassische private Rentenversicherungen werfen nach einer Studie der Ratingagentur Assekurata immer weniger ab. Bei der Gesamtverzinsung – einschließlich Schlussüberschuss und Beteiligung an den Bewertungsreserven – bringen sie laut einer Meldung im Schnitt 2,86 Prozent, während klassische Policen 2,76 Prozent abwerfen.

Nun wird der Ruf immer lauter, die Menschen sollten doch in Aktien anlegen. Das sei das einzig wirklich wirksame Instrument für Vermögensschutz und Vermögensaufbau. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat kürzlich wieder seine aktualisierten Rendite-Dreiecke veröffentlicht. Diese zeigen, dass Anleger mit einer breitgestreuten Aktienanlage langfristig erfolgreich sind. Auch mit kleinen Beträgen, die kontinuierlich in einen Aktien-Sparplan eingezahlt werden, lässt sich über viele Jahre ein stattliches Vermögen aufbauen. Das DAI hat kürzlich auch seine aktualisierten Aktionärszahlen für Deutschland veröffentlicht. Mit 12,4 Millionen Menschen waren im Corona-Jahr 2020 besonders viele Menschen in Aktien investiert. Insbesondere die junge Generation hat im letzten Jahr die Börse für sich entdeckt.

Die Risiken sind überschaubarer, als viele Menschen denken. Ein breit gestreutes Aktienportfolio im deutschen Leitindex DAX bei einem 20-jährigen Anlagehorizont erbrachte beispielsweise historisch im Mittel 8,9 Prozent Rendite pro Jahr – und das trotz dem Platzen der Dotcom-Blase, den Terrorangriffen vom 11. September 2001, der weltweiten Finanzkrise und dem Jahrhundert-Desaster Corona.

Auch ein Spezialaspekt bei Aktieninvestments spielt sich immer weiter in den Vordergrund. Als Dividende wird der finanzielle Anteil des jeweiligen Gewinns eines börsennotierten Unternehmens bezeichnet, welcher an die jeweiligen Aktionäre ausbezahlt wird. Der entsprechende Anteil am Aktienkurs wird Dividendenrendite genannt. Im DAX liegt die Dividendenrendite durchschnittlich bei ca. 2,5 bis 3,5 Prozent, wohingegen die Top-Titel durchaus auch Werte von rund fünf Prozent erreichen. Auch international lassen sich interessante Dividendentitel finden. So will beispielsweise der französische Pharmakonzern Sanofi, der seit 20 Jahren seine Dividende jährlich anhebt, dieses Jahr 3,28 Euro pro Aktie zahlen. Die Zurich Insurance Group wiederum erwartet bei einer prognostizierten Dividendenrendite von 6,44 Prozent mehr als 23 US-Dollar pro Aktie.

„Eine Dividendenstrategie kann ein nützliches Instrument für Anleger sein, die ein betont risikoadjustiertes Konzept suchen und kontinuierliche Ausschüttungen erwarten beziehungsweise benötigen. Daran wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern. Dividendenaktien bleiben letztlich das einzig kalkulierbare Instrument, um stabile Auszahlungen aus einem liquiden Portfolio zu generieren“, sagt Dyrk Vieten von ficon Vermögensmanagement (Düsseldorf), das unter anderem den nachhaltigen Dividendenfonds „ficon Green Dividends“ managt.

Durch eine Dividendenstrategie können Anleger zwei Ziele in einem erreichen. Sie legen in Aktien an und beteiligen sich damit an einem der wichtigsten Finanzinstrumente für Vermögensschutz und Vermögensaufbau überhaupt. Und sie erwirtschaften über das Jahr hinweg stabile Ausschüttungen, sodass das Geld der Investoren dann tatsächlich für sie arbeitet.

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  • Börse_Aktien: pixabay
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