Die kanadische Auferstehung: Blackberry arbeitet sich wieder vor

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von DR. PATRICK PETERS

Es war einmal: Wir alle erinnern uns, welche Art von Geschichten so anfangen – Märchen, Western („Once upon a time in the West“) und Gangsterfilme („Once upon a time in America“). Und eigentlich gehörte auch das kanadische Technologie- und Mobilfunkunternehmen Blackberry in diese Kategorie – eine Geschichte aus längst vergangenen Tagen.

Das Blackberry war einst DAS Statussymbol von reisenden, Arbeitsplätzenden streichenden, Investmentgeschäften tätigenden, kurzum: international aktiven Managern oder solchen, die dafür gehalten werden sollten. Es war sozusagen der Bentley der Mobiltelefone, der Platin-Montblanc der mobilen Kommunikation. Die physische, vollständige Tastatur! Die Konnektivität! Diese feine, elegante Optik! 2011 verkaufte Blackberry 52,3 Millionen Geräte.

Doch dann begann ein Absturz in Raten, der wirklich bis in die tiefsten Niederungen einer wegbrechenden Reputation führte. Man wurde fast mitleidig angeschaut, wenn man anstatt des hippen, modernen iPhone noch einen „Taschenrechner“ mit sich führte, unter dem Motto: „Läuft wohl nicht mehr so gut bei dir“ – oder noch schlimmer: „Blackberry? Arbeitest du bei einer Bank?“ Da war der persönliche Makel schon vorprogrammiert. Und so verkaufte Blackberry 2015 noch 8,5 Millionen Geräte, das Ende schien nah.

Doch dann das: Die Kanadier restrukturierten den Konzern und machten aus einem tief gefallenen Smartphone-Pionier einen modernen Softwarekonzern, dessen Geschäft mit Programmen und Services für Unternehmen sowie Lizenzerlösen kräftig zulegt. Diese Sparte machte zuletzt 185 von 238 Millionen Dollar Umsatz aus und hat Blackberry auch wieder in die Gewinnzone zurückgeführt: In dem Ende August abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal kam unterm Strich ein dünner Gewinn von 19 Millionen Dollar zusammen. Nach jahrelangen Verlusten ein echter Lichtblick.

Die Anleger goutieren das: Die Aktie stieg seit dem 13. Oktober 2016 bis heute von unter 7,50 Dollar auf knapp 11,50 Dollar. Dazu kommen neue Geräte wie das „Key One“ und das „Motion“, die sehr gute Kritiken erhalten und den Platz Blackberrys in der Smartphone-Welt durchaus zu verteidigen im Stande sind.

Die Wirtschaft schreibt also auch Geschichten wundersamer Wiederauferstehungen! Unternehmen müssen dies nur wollen und hart daran arbeiten.

 

 

 

Bildquelle:

  • Blackberry_1: dpa
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