Der Westen muss wieder lernen, rote Linien zu ziehen und auch durchzusetzen

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von KLAUS KELLE

Atomwaffen sind böse. Sagen die Vereinten Nationen. Und diejenigen, die schon Atomwaffen haben. Wenn einer, der noch keine hat, welche haben will, dann ist der besonders böse. Und wenn es sich um Schurkenstaaten wie Nordkorea und Iran handelt, dann sind sie noch mehr böse, sozusagen böse-böse.

Nordkorea ist das Land auf dieser Welt, das wahrscheinlich am bösesten von allen ist. Wer da versehentlich falsch guckt, ist raus. Und seine Familie gleich mit. Hunderttausende vegetieren in Lagern, willkührlich wir gefoltert und gemordet. Alles für den “geliebten Führer”. Eine Diktatur der übelsten Sorte.

Nordkorea ist nicht nur ein Testlabor für Menschenversuche, es testet auch…. ja, Atomwaffen und passende Trägerraketen. Und ärgert damit – so schließt sich der Kreis – die Vereinten Nationen und die anderen Nuklearmächte. Die drohen jetzt mit dem Zeigefinger und rufen “Du, Du!” Böser Junge! Mehr wird nich passieren, denn man wolle ja nicht “überreagieren”, so hört man es aus dem State Department in Washington.

Die Lehre der Geschichte ist eindeutig: Staaten wir Nordkorea und ihre Führung verstehen nur eine Sprache, und die heißt Stärke und Entschlossenheit. Wir haben im Westen leider verlernt, stark und konsequent zu sein – mit dem Tiefpunkt der Obama-Präsidentschaft aber auch mit dem aktuellen Zustand der Nato. Die ist immer noch das schlagkräftigste Militärbündnis der Welt, aber kaum ein Mitgliedstaat ist noch willens, im Ernstfall auch militärisch zu handeln.

Weil mich hier immer jemand missverstehen will: Nein, ich bin nicht für einen Militärschlag gegen Nordkorea. Und für einen gegen Iran nur dann, wenn es eine reale und konkrete Gefahr für Israel gibt. Aber ich bin für einen starken Westen, der rote Linien zieht und diese gegebenfalls auch durchsetzt.

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.