Der Beginn dieser Osterwoche könnte deprimierender kaum sein

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von KLAUS KELLE

In Berlin ist jetzt einer evangelischen Lehrerin an einer staatlichen Schule per Dienstanweisung verboten worden, ein christliches Kreuz um den Hals zu tragen. Das bestätigte der Konsistorialpräsident Jörg Antoine am Rande der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Begründet wird der unfassbare Vorgang mit dem Berliner Neutralitätsgesetz, das Polizisten, Lehrern und Justizmitarbeitern verbietet, religiös geprägte Kleidungsstücke zu tragen.In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass vor zwei Jahren erst das Bundesverfassungsgericht ein pauschales Kopftuchverbot abgelehnt hatte. Sonderregeln also für den Islam, Diskriminierung für Christen? Es ist nicht das erste Mal, das in unserem Land rechtlich zweierlei Maßstäbe beim gleichen Thema angelegt werden. Schließlich ist Deutschland ja jetzt bunt und wir müssen uns auf Veränderungen einstellen, wie eine Ober-Grün*_InXX, oder wie das jetzt richtig heißen muss, breits vor zwei Jahren vorhergesagt hat.

In Ägypten sind gestern bei Selbstmordanschlägen auf zwei koptische Gemeinden mindestens 45 Christen getötet und 110 verletzt worden. Selbstmordattentäter. Da wollen wir nun aber erst einmal abwarten, was deren Motivation gewesen sein könnte. Vielleicht hatten sie psychische Probleme. Vielleicht waren es betrunkene skandinavische Touristen. Wissen wir ja nicht. Man soll niemanden vorverurteilen, erstmal gucken, was CSI Kairo herausfindet.

In diesen Tagen bereiten sich Christen überall auf der Welt auf das Fest des Leidens, Sterbens und der Auferstehung von Jesus Christus vor. Ostern nennt man dieses Fest, das hierzulande manche auch für ein Hasenfest halten, bei der man Eier färben und Würstchen grillen muss.

Die Kulturlosigkeit – einmal mehr – von Berliner Behörden und die blutigen Anschläge gezielt gegen Christen gestern in Ägypten sind ein deprimierender Start in diese Woche, die doch Hoffnung machen sollte.

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.