Den Baerbock abgeschossen: Warum nicht einfach gleich die Wahrheit sagen?

ARCHIV - Bei Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat ihren Lebenslauf ein wenig frisiert. Warum eigentlich? Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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von NINA GOLL

BERLIN – Die Grüne Kanzler-Innen-Kandidatin Annalena Baerbock hat wohl nicht nur ihrer Partei, sondern auch den Frauen dieses Landes einen Baeren-Dienst erwiesen.

Ähnlich wie beim Hochstapler Felix Krull von Thomas Mann hat sich Anna Lena Baerbock mit ihrer – für die Medien und das Juste-Milieu – unwiderstehlichen Wirkung nach ganz oben geschmeichelt. Sie hat die Schreiber von TAZ, Spiegel, FAZ und Stern ebenso um den kleinen Finger gewickelt wie die Vertreter der Öffentlich-Rechtlichen Programme, die sie bereits ins Kanzler-Innen-Amt einziehen sahen. Nun musste sie zugeben, dass es eben Mist war, den Lebenslauf zu komprimieren. Ehrlicher wäre es gewesen, zuzugeben, dass sie ihn aufgeblasen hat. Um Abschlüsse und Mitgliedschaften ergänzt hat, die es so nicht gibt.

Im richtigen Leben kann ein Bewerber, der in seinem CV unwahre Angaben gemacht hat, mit einer Kündigung durch den Arbeitgeber rechnen. Nicht so in der Politik, wo ein paar flapsige Bemerkungen ausreichen, um die – nennen wir es beim Namen – Lügen zu bagatellisieren und wo es zu keinerlei Konsequenzen führt. Mit der den Grünen eigenen Chuzpe stellt man sich vielmehr als Opfer einer Hass-Kampagne dar, in der Frau Baerbock gejagt würde. Wer sich um das dritthöchste Amt unseres Landes bewirbt, muss eine genau Prüfung seiner Person und seiner Angaben nicht nur akzeptieren, sondern transparent und offen und ehrlich damit umgehen.

Gleichzeitig erleben wir was passiert, wenn eben das Geschlecht Vorrang vor der Qualifikation hat. Robert Harbeck hat akzeptiert, dass Annalena Baerbock „als Frau antritt“, die nun die überraschte Öffentlichkeit mit ihrem mangelnden Fachwissen und ihrer Inkompetenz irritiert. Sie schwafelt sich oft erschreckend schlecht vorbereit und ohne jede erkennbare fachliche Sicherheit durch die Themen und versucht, ihre Unwissenheit wegzulächeln.

Sie besteht weder sicher in den ureigenen grünen Themen noch in den Themen darüber hinaus. So bleibt wohl nur übrig sie dafür zu loben, dass sie immerhin Erfahrung als Mutter zweier Kinder hat. Das haben eine ganze Menge Frauen in diesem Land. Und die sind ebenso oft berufstätig, ohne dass der Ehemann und Vater der Kinder seinen Job zu Gunsten der Karriere der Frau aufgeben könnte.

Die Mütter unseres Landes reiben sich auf zwischen den Arbeitszeiten und den oft immer noch schlechten Kinderbetreuungsangeboten. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie oft weder genug Zeit noch genug Nerven aufbringen, um mit ihren Kindern so viel Zeit zu verbringen, wie sie es wünschten. Denn die hohen Strompreise, für die auch Annalenas Partei mitverantwortlich ist, müssen ebenso bezahlt werden wie die ständig steigenden Wohnnebenkosten, Benzin- und Dieselpreise. Zukünftig soll es den Familien mit Kindern auch noch erschwert werden mittels eines Flugzeuges eine preiswerte Urlaubsreise anzutreten. Ganz besonders, da die Hotel – Preise zu Beginn der Ferien ebenso regelmäßig explodieren wie die Ticket-Preise für den Ferienflieger.

Das Familien-Programm der Grünen wünscht sich viele neue Umverteilungspläne mit Geldern, die sie irgendwoher nehmen werden. Vielleicht finanzieren sie das dort genannte Familien-Budget und die Kindergrundsicherung aus den sich dank ihrer Politik ergebenden höheren Steuereinnahmen aus Strom- und Kraftstoffsteuern. Das wäre linke Tasche/rechte Tasche–Politik.

Liebe Frauen! Anna Lena Baerbock ist nicht nur ein schlechtes Beispiel für unsere Töchter, die wir doch dazu anhalten wollen, etwas Ordentliches im Leben zu erlernen, damit sie später mal nicht schummeln müssen. Annalena Baerbock ist auch ein wunderbares Beispiel dafür, dass man sich bis auf die Knochen blamiert, wenn man schlecht vorbereitet öffentliche Vorträge hält.

Erziehen wir unsere Töchter zu klugen und selbstbewussten Frauen, die weder Lüge noch Hochstapelei nötig haben. Die keine Quote brauchen, um eine Karriere zu starten. Und die sich frei entscheiden können, ob sie berufstätig sein wollen oder es sich leisten können, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, weil ihnen der Staat nicht jeden Cent aus der Tasche zieht. Oder ihnen einreden, die moderne Frau von heute kann Kind und Karriere und Beziehung und Livestyle mal eben ganz nebenbei wuppen, wenn der Mann nur mithilft und die KITA lange genug aufhat.

Das ist, wenn wir ganz ehrlich sind, eine „urban legend“. Genauso wie die Geschichte von der kompetente Kanzlerinnen-Kandidatin der Grünen.

Bildquelle:

  • Annalena Baerbock: dpa
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