Corona-Bananenrepublik Deutschland: Aktiviert endlich die 12.000 Betriebsärzte in Deutschland!

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von PROF. DR. PATRICK PETERS

Man würde lachen wollen, wenn es nicht so ein existenziell bedrohliches Desaster und Organisationsversagen historischen Ausmaßes wäre. Die bundesrepublikanische Impfstrategie – wobei man der Wortteil „Strategie“ völlig irreführend ist, „Chaos“ wäre viel besser geeignet – zeigt einmal mehr eklatante Schwächen der politischen Führung im Krisenmanagement, ob im Gesundheitswesen- oder im Wirtschaftsministerium. Deutschland arbeitet heftig daran, sich den Ruf einer Corona-Bananenrepublik und die Goldene Ananas für den denkbar miserabelsten Umgang mit der Pandemie zu erarbeiten.

Dass es in und mit Deutschland nicht völlig bergab geht und solche Schäden entstehen, von denen sich Generationen über Generationen kaum erholen könnten, haben wir einzig und allein den Hunderttausenden Unternehmen und Eigentümer, den Millionen von Managern und Arbeitnehmern zu verdanken, die das Rad am Laufen halten. Denn dies führt dazu – in Kombination mit einer viel stärker anziehenden Weltwirtschaft und den Konjunkturlokomotiven USA und China –, dass das prognostizierte Wachstum trotz allem in diesem Jahr bei drei und im kommenden Jahr bei vier Prozent liegen soll. „Mit dem allmählichen Voranschreiten der Impfung der Bevölkerung in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften ist zu erwarten, dass die Pandemie so weit eingedämmt werden kann, dass insbesondere keine Überlastung der Gesundheitssysteme mehr droht“, heißt es in dem Konjunkturbericht, den der Sachverständigenrat Wirtschaft kürzlich veröffentlicht hat.

Der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung wird zumindest kurzfristig mit Impfstoff betankt, denn nur Impfungen ebnen den schnellsten Weg aus dem erschreckenden Dauer-Lockdown, der mit Blick auf die zu erwartende und erwartbare dritte Welle ziemlich sicher fortgesetzt wird. Trotz des derzeit stockenden Impfprogramms halten die Wirtschaftsweisen es für möglich, dass in Deutschland bis Ende Juli 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden können. Voraussetzungen dafür sind, dass das Vakzin von AstraZeneca nach dem vorsorglichen Aussetzen wieder eingesetzt, das Impftempo in den Impfzentren beschleunigt wird und Haus- und Betriebsärzte werden künftig einbezogen werden.

Die Aktivierung von Betriebsärzten kann zu einem echten Game Changer werden. Es gibt rund 12.000 von ihnen, und sie haben Zugang zu zig Millionen Beschäftigten. Damit könnte die Wirtschaft, die ohnehin schon alles dafür tut, dass es irgendwie weitergeht, einen weiteren Beitrag leisten, die Pandemie endgültig zu besiegen – vielleicht sogar den wesentlichsten Beitrag überhaupt. Christian Vogt, Vorstandsvorsitzender des Wirtschaftsschutzverbandes ASW West, sagt: „Durch den Impfstoff kann die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden. Leider fehlen für die Wirtschaft wirklich effektive Impfkonzepte und eine ausreichend wirkungsvolle Impfstrategie als die von allen Experten als entscheidend bewerteten Faktoren. An dieser Stelle ist dringend eine umfassende Optimierung notwendig, um Wirtschafts- und Gesundheitsschutz gleichermaßen zu forcieren. In einer Zeit, in der die Wirtschaft, die bislang dort, wo sie durfte, sehr gut funktioniert hat, nun vor einer möglichen dritten Welle durch die Mutationen steht, ist auch dort die Impfgeschwindigkeit das zentrale Erfolgsmoment zur Bekämpfung der Pandemie, damit diese nicht zur Endloskrise wird.“

Die Einbindung von Betriebsärzten sei einfach ein wichtiger Faktor, die Pandemie schnellstmöglich zu kontrollieren. Daher könnten Massenimpfungen in Unternehmen und Konzernen die Impfgeschwindigkeit hochgradig erhöhen. Die bisher fehlende Berücksichtigung der Impfmöglichkeiten über die zahlreichen Betriebsärzte in Deutschland sei ein Fehler. Die Wirtschaft müsse nun auch die Möglichkeit erhalten, ihren Schutz in Unternehmen selbst leisten zu können, wenn geeigneter Impfstoff verfügbar sei.

Die Impfstrategie für Unternehmen ist damit die beste Form von Wirtschaftsschutz. Denn was bisher als Corona-Wirtschaftspolitik verkauft wird, ist die Bezeichnung nicht wert. Wirtschaftsschutzexperte Christian Vogt bringt es auf den Punkt: Die Folgen der missglückten Impfstrategie seien nicht nur steigende Arbeitslosen- und Insolvenzahlen, sondern auch Risiken, dass mehr und mehr deutsches Know-how aufgekauft werde und dringend benötige Kompetenzen in Länder abflössen, die eben konsequenter für die Kontrolle der Pandemie durch sinnvolle Impfstrategien gesorgt hätten. „Dagegen muss dringend etwas unternommen werden!“

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  • Ärzte_Impfen: pixabay
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