CDU-Vize Klöckner ruft die Union zu Geschlossenheit auf

Julia Klöckner ruft ihre CDU zur Geschlossenheit im Wahlkampf auf.
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BERLIN – Während ihr Vorsitzender, Armin Laschet, gestern noch gegen den Parteifreund Hans-Georg Maaßen geholzt hat,ruft nun die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner zur Geschlossenheit auf. Nicht wegen Laschet natürlich, sondern wegen Äußerungen von CSU-Chef Markus Söder.

«Ich denke, jetzt stehen wir zusammen. Die Entscheidung ist gefallen und die Union ist nur gemeinsam stark», sagte sie am Montag vor einer hybriden Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin auf die Frage, wann die Sticheleien aus München aufhörten. «Jetzt geht’s um Inhalte», ergänzte Klöckner.

Söder hatte der «Süddeutschen Zeitung» gesagt, die Begründung der Kanzlerkandidatur Laschets habe ihn nicht überzeugt. Er und Laschet hätten ein unterschiedliches Verständnis von Demokratie und Programm. Den «Nürnberger Nachrichten» sagte Söder, die Union befinde sich fünf Monate vor der Wahl «in einer schweren Notsituation». Es blieben Corona-Schwierigkeiten, nach 16 Jahren CDU-Kanzlerschaft von Angela Merkel sehe man «schon Ermüdungserscheinungen der ganzen Union». Hinzu komme eine nicht geklärte strategische Frage, wie viel Modernität oder wie viel Tradition die Union zeigen solle.

Klöckner sagte mit Blick auf die Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock bei den Grünen, die Union habe die Kanzlerkandidatur einer Frau mit Merkel schon 2005 vorgemacht. Bei den Inhalten sei es nun «hochinteressant, sich das Programm der Grünen anzuschauen, auch Widersprüchlichkeiten». Die Union werde Wert darauf legen, dass Nachhaltigkeit immer zusammen gehen müsse mit der Ökonomie und der sozialen Frage. «Ökologie, Ökonomie, soziale Frage – das ist unser Programm. Und wir zeigen, dass das in Deutschland geht.»

Daniel Caspary, Chef der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, sagte mit Blick auf Söder: «Ich hoffe, das Sticheln hört sehr bald auf.» Die Union habe einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten und solle «jetzt alles dafür tun, dass wir auch im Interesse Deutschlands und im Interesse der Union die Bundestagswahl gewinnen». Angesichts der Äußerungen Söders über einen modernen Wahlkampf der Union ergänzte er: «Wir hatten keinen Wahlkampf von annodazumal vor.» Die Union habe einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten aufgestellt. Man werde «jetzt in beiden Parteien daran arbeiten, dass wir uns mit einem guten, modernen Wahlkampf den Wählern präsentieren».

Bildquelle:

  • Julia_Klöckner: dpa
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