Brutaler Tritt im U-Bahnhof: Begleiter des Täters gefasst

Das Blaulicht an einem Polizeiauto leuchtet auf der Straße. Derzeit berfragen Ermittler einen mutmaßlichen Begleiter des Täters. Foto: Patrick Pleul/Archiv/Symbolbild
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Berlin – Nach dem brutalen Fußtritt gegen eine Frau in einem U-Bahnhof in Berlin-Neukölln haben die Ermittler einen mutmaßlichen Begleiter des Täters ausfindig gemacht. Der Mann werde derzeit vernommen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. «Weitere Einzelheiten können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht veröffentlichen», teilte er weiter mit. Mehrere Zeitungen hatten online darüber berichtet.

Mit der Vernehmung kommen die Ermittler womöglich dem Mann auf die Spur, den sie seit vergangenem Donnerstag mit einer Aufnahme einer Überwachungskamera suchen. Auf den Bildern ist zu sehen, wie der Unbekannte am 27. Oktober eine 26-Jährige am U-Bahnhof Hermannstraße unvermittelt in den Rücken tritt. Das Opfer stürzt daraufhin mehrere Stufen hinab. Sie bricht sich dabei den Arm. Einen Tag vor der Polizei hatte die «Bild»-Zeitung das Video veröffentlicht.

Der Angriff hat eine Debatte über Gewalt im öffentlichen Raum ausgelöst. An den Aufnahmen schockiert besonders, dass die Attacke aus dem Nichts zu kommen scheint. Und dass sowohl der Täter als auch seine drei Begleiter nach dem Tritt davongehen. Nur einer guckt dem Opfer länger nach. Der Täter hält noch bei der Attacke eine Bierflasche in der einen Hand, in der anderen eine Zigarette.

Außerdem hatte es Kritik gegeben, dass derartige Aufzeichnungen erst Wochen nach einer Tat an die Öffentlichkeit gegeben werden – wenn die Ermittler anderweitig nicht vorankommen.

Bis Montagnachmittag waren bei der Polizei zu der Tat zehn Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Ob einer oder mehrere Hinweise die Ermittler auf die Spur des mutmaßlichen Begleiters führten, ist unklar. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft äußern sich im Detail.

Weiter offen bleibt auch, wer die Kameraaufnahme zuerst an die «Bild»-Zeitung gab. Die Polizei schließt nicht aus, dass das Material aus den eigenen Reihen weitergegeben wurde – Ermittlungen dazu laufen. (dpa)

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