Bei Safran-Risotto die neue Weltordnung schmieden

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!

Dass Staaten keine Freundschaften pflegen, sondern Interessen haben, ist eine Binsenweisheit, die wir alle kennen. Und die natürlich wahr ist, wenn wir unser eigenes Land einmal rausnehmen, das ja seit Jahrzehnten bereit ist, auf die Formulierung eigener deutscher Interessen auf internationaler Bühne zu verzichten. Und wenn das dann mit Frau Baerbock erstmals wieder ein deutscher Außenminister macht, ist es auch nicht recht, weil es die falschen Interessen sind und die falsche Partei, der Frau B. angehört.

US-Präsident Joe Biden hat gestern mit allerlei Pomp den indischen Premier Narendra Modi empfangen und vor den politischen Repräsentanten der Weltmacht USA reden lassen. Und weil Modi Vegetarier ist, bekamen die 400 geladenen Gäste beim Staatsbankett alle marinierte Hirse und gegrillten Maiskörnersalat serviert, danach mit Safran-Risotto gefüllte Portobello-Pilze und als Nachtisch mit Kardamom angereicherte Erdbeerkuchen. Von wegen, die Amis essen alle nur Cheeseburger und Chicken Wings (die ich allerdings persönlich vorgezogen hätte).

Dass sich Biden und Modi treffen, ergibt Sinn für beide Staaten

Die USA sehen China auf Dauer als den großen Rivalen um die Vorherrschaft auf dieser Welt. Klar, die Amis sind in Sachen HighTech, Wirtschaft und Militär immer noch die Nummer 1, aber der Vorsprung schmilzt erkennbar. China betreibt eine imperiale Außenpolitik, China entwickelt und produziert, was sie deutlich von Russland unterscheidet, das im Grunde nichts zu bieten hat außer dem, was zufällig aus dem Boden sprudelt, strömt und wächst. Und seinen Atomraketen natürlich.

Aber, ich wiederhole mich: Fahren Sie Lada, nutzen Sie einen Computer oder ein Smartphone aus Russland, tragen Sie russische Leserschuhe? Im Grunde hat Russland der Welt nichts zu bieten, was kein Grund zur Häme ist, sondern eigentlich zur Trauer. Denn so ein großes Land, die Bodenschätze, so viele Menschen – da könnte ein Präsident richtig etwas draus machen. Aber leider entscheidet sich die Mehrheit immer wieder für einen Psychopathen, der die Sowjetunion auferstehen lassen will. Ja, dann macht mal!

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China unterstützt Russland, aber natürlich nicht aus Freundschaft, sondern aus strategischen Gründen, um die Schwierigkeiten der USA zu vergrößern. Sehen sich die Machthaber in Peking auf Augenhöhe mit Moskau? Nie im Leben. Im Grunde könnten sie für ihre 1,6 Milliarden Leute noch ein wenig „Lebensraum“ im Osten Russlands gebrauchen – und Bodenschätze natürlich, die sie sich geschickt auch auf dem afrikanischen Kontinent organisieren, wo der Westen weitgehen geschlafen hat.

Und Indien? Das freut sich über die neue Aufmerksamkeit

Zu gern würde man in Neu Delhi Schritt für Schritt Teile des chinesischen Kuchens als Werkbank der Welt abhaben. Und natürlich verhält man sich „neutral“ beim Ukraine-Krieg, weil man sich russisches Erdgas gern billig liefern lässt für 30 Prozent des Preises, den die europäischen Deppen früher gezahlt haben. Aber auf Sicht, strategisch? Da macht Herr Modi derzeit alles richtig. Eine Achse USA-Indien – das hat gewaltiges Potential, und das würde der gefürchteten „Neuen Weltordnung“ einen ganz neuen Dreh geben.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr Klaus Kelle

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.