Bangen in der AfD-Fraktion: Werden weitere Abgeordnete Frauke Petry folgen?

Frauke Petry und Alexander Gauland vor Beginn der Bundespressekonferenz in Berlin. Foto: Michael Kappeler
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Dabei wird an diesem Dienstag auch eine erste Klärung erwartet, ob es unter den 94 AfD-Parlamentariern weitere gibt, die sich abspalten wollen.

Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte am Montagabend in der ARD, er könne nicht abschließend beurteilen, ob sich andere AfD-Abgeordnete Petry anschließen wollten. Aber auch bisherige Unterstützer Petrys im Vorstand hätten ihre Entscheidung nicht verstanden.

Petry hatte ihr Bundestagsmandat als Direktkandidatin in Sachsen gewonnen, war also nicht über die Parteiliste ins Parlament eingezogen. Am Montag kündigte sie an, sich nicht der Bundestagsfraktion anzuschließen, sondern fraktionslos zu bleiben. Zugleich kritisierte sie – offenbar in Anspielung auf rechtsnationale Töne – «abseitige Positionen» einiger Parteifreunde.

Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen forderte Petry auf, aus der AfD auszutreten und so einem möglichen Ausschluss zuvorzukommen. «Ich würde Frau Petry empfehlen – nach dem, was sie heute getan hat – die Konsequenz zu ziehen und die Partei zu verlassen und ihr Parteiamt niederzulegen», sagte Meuthen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Mit diesem Schritt könne sie «ein mögliches Parteiausschlussverfahren verkürzen, wie es manche in der Partei nun fordern». Gauland hält einen Rauswurf aber für schwierig umsetzbar, wie er deutlich machte: «So schnell wirft man keinen heraus.»

Die AfD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erreicht und zieht nun erstmals ins Parlament ein. Im Fall Petry sieht der Politikwissenschaftler Herfried Münkler erste Anzeichen von Zerfallserscheinungen. «Die AfD wird es aufgrund ihrer Zerrissenheit nicht schaffen, sich auf Dauer als politische Kraft rechts von der Union zu etablieren», sagte er der Oldenburger «Nordwest-Zeitung».

Für die aus dem EU-Parlament in den Bundestag wechselnde AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch soll nach Informationen der «Neuen Osnabrücker Zeitung» der Bundesvorstand Dirk Driesang nachrücken.

Bildquelle:

  • Petry und Gauland: dpa
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