Auswärtiges Amt wirft AfD «Fake News» vor

Der Sprecher des AfD-Landesverbandes Berlin, Ronald Gläser, gab zu, dass es überhaupt keine «massive Reisewarnung» für Schweden gab und die AfD «etwas zugespitzt» habe. Foto: Michael Kappeler
Anzeige

Berlin – Das Auswärtige Amt hat der AfD vorgeworfen, gefälschte Nachrichten (Fake News) zu verbreiten. Hintergrund sind zwei Tweets der AfD Berlin vom Wochenende, in denen die Partei behauptete, seit 1. März gelte eine «massive Reisewarnung» für Schweden.

«Unsere Qualitätspresse wird auch darüber nicht berichten», war dort weiter zu lesen. Am Montag stellte das AA mit dem Hinweis «Achtung: Fake News!» klar: «Es gibt keine Reisewarnung für Schweden.» Seit einem Jahr weise das Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Schweden darauf hin, dass dort die Terrorwarnstufe 3 gelte, also «Erhöhte Gefahr». Davor habe für einige Monate Terrorwarnstufe 4 gegolten («Hohe Gefahr»).

«Richtig müsste die Meldung also lauten: «Das Auswärtige Amt hat vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass die schwedische Regierung die Terrorwarnstufe herabgesetzt hat»», fügte das AA etwas spöttisch hinzu. «Tut uns leid, falls das weniger interessant klingt.»

Der Sprecher des AfD-Landesverbandes Berlin, Ronald Gläser, sprach von einer «etwas zugespitzten Darstellung von uns»: «Ja, es gibt keine solche Reisewarnung.»

Bildquelle:

  • AfD-Sprecher Gläser: dpa
Anzeige

Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.