3:2-Erfolg: Freiburg beendet Hoffenheims Serie

Torschütze Florian Niederlechner feierte mit dem SC Freiburg einen überraschenden Heimsieg. Foto: Patrick Seeger
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«Der Club ist sympathisch, der Trainer sehr sympathisch – da muss man auch mal gönnen können», sagte der 30-jährige 1899-Chefcoach nach dem 2:3 (1:2) im badischen Bundesliga-Derby beim SC Freiburg. Am siebten Spieltag und drei Tage nach dem 1:2 in der Europa League bei Ludogorez Rasgrad wirkte die TSG etwas müde und reif für die Länderspielpause.

Überschwänglich feierten die Freiburger derweil ihren ersten Sieg nach einem ganz schwierigen Start in die Runde. «Für uns war es wahnsinnig wichtig, dass wir es geschafft haben, das Spiel zu gewinnen», sagte Streich sichtlich erleichtert.

Der 19 Jahre alte Hoffenheimer Debütant Robin Hack hatte die Gäste am Sonntag zunächst in Führung gebracht (14. Minute). Niederlechner (15.) und Caglar Söyüncu (18.) drehten vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion die Partie, ehe Pascal Stenzel auf 3:1 erhöhte (87.). Julian Schusters Eigentor in der Nachspielzeit (90.+2) half den «Nagelsmännern» nicht mehr.

«Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft», sagte Niederlechner. «Es war so wichtig, dass wir heute endlich den ersten Dreier geholt haben. Ich bin einfach nur happy.»

Putzmunter und unbeeindruckt von der Sieglos-Serie hatte sich der Sportclub gezeigt. Dennoch schockte der 19-jährige Hack, der für den am Oberschenkel verletzten Torjäger Mark Uth spielte, die Freiburger mit dem 1:0. Eine «super Frustrationstoleranz» bescheinigte Streich in dieser Situation seinem Team. Nur 72 Sekunden später schlug es auf der Gegenseite ein: Niederlechner düpierte die Gäste-Abwehr und den früheren Freiburger Torhüter Oliver Baumann nach einer Flanke von Christian Günter mit einem Flachschuss zum Ausgleich.

Bis dato hatte Freiburg erst zwei Saisontore verbucht, jetzt trafen die aggressiven und angriffsfreudigen Breisgauer innerhalb von einer Viertelstunde zweimal. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich köpfte Söyüncu nach einer Ecke zum 2:1 ein. Hoffenheim wirkte nach der Englischen Woche nicht nur in dieser Szene etwas schwerfällig. «Ich glaube, wir waren vom Kopf her nicht schnell genug», sagte Baumann.

Für Hack war seine Bundesliga-Premiere nach einem üblen Zusammenstoß mit TSG-Kapitän Kevin Vogt noch vor der Pause beendet: Benommen musste der Youngster vom Platz geführt werden. Vorsichtshalber wurde er zur Untersuchung in die Freiburger Uni-Klinik gebracht.

Dem Team von Nagelsmann merkte man auch im zweiten Durchgang an, dass in der Schaltzentrale Kerem Demirbay und Nadiem Amiri verletzt fehlten. Der wirkungslose Lukas Rupp musste zur Pause raus. Dennoch sah es Nagelsmann positiv: «In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft, da haben wir ein super Spiel gemacht, von daher gibt’s keinen Vorwurf», sagte der 30-Jährige. «Mir geht’s heute besser als bei der Niederlage gegen Ludogorez.»

Freiburg sicherte sich den ersten Sieg gegen den Landesrivalen seit September 2012 (5:3). «Von der Einstellung, von dem was wir abgerufen haben, auch vom Spielerischen her – viel mehr geht nicht», lobte Streich sein Team. Dass in der zweiten Halbzeit ein Stromausfall im ganzen Stadtteil unter anderem die Anzeigetafel und Lautsprecheranlage im Stadion lahm gelegt hatte, hatte der energiegeladene Trainer wohl gar nicht mitbekommen.

Bildquelle:

  • SC Freiburg – 1899 Hoffenheim: dpa
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