Soll’n wir’s wirklich machen oder lassen wir’s lieber sein?

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von KLAUS KELLE

Na, wie fühlt sich das bei Ihnen an, wenn Sie morgens feststellen, dass sich hier auf diesem Nachrichtenportal wieder ein kleines bisschen Leben regt? Dabei ist gar nicht klar, ob das so bleiben wird, denn wir machen derzeit ein paar Lockerungsübungen. Hier mal ein Artikel, da mal eine Nachricht – einfach um zu sehen, ob das noch viele von Ihnen interessiert.

2017, nach dem Ende des ersten Anlaufs, eine neue junge und frischeTageszeitung für das bürgerliche und politisch interessierte Milieu in Deutschland zu schaffen, mussten wir innerhalb von zehn Monaten feststellen, dass es viel Schulterklopfen gab und auch eine beachtliche (zweifellos weiter ausbaufähige) Community, dass aber nur sehr wenige Unternehmer bereit sind, in einem bürgerlich-konservativen thematischen Umfeld Werbung für ihre Unternehmen zu schalten. Schnell wird dann die linke Gesinnungspolizei mit Boykottaufrufen gegenüber mutigen Unternehmern und Investoren aktiv. Und das ist nicht gut fürs Geschäft. Jeder von uns versteht das.

Auf der anderen Seite wird es Veränderungen in der deutschen Politik nur dann geben, wenn es eine vielfältige Medienlandschaft gibt, die offen und mutig berichtet was ist. Und das werden kaum der Öffentlich-Rechtliche Staatsfunk, SPIEGEL Online oder die Süddeutsche Zeitung sein. Und – machen wir uns nichts vor – solche Reichweiten, wie die (noch) haben, werden wir mit alternativen Medien nicht generieren können.

Aber es gibt Konzepte und zwei brillante kleine Agenturen, die uns erhebliche Reichweiten in Aussicht stellen, wenn wir dies und das nach ihren Vorschlägen machen. Und es gibt klasse Journalisten und neue Gesichter, die unsere schon 2017 großartigen Kolumnisten ergänzen würden. Und es gibt Ideen für neue Video- und Audio-Formate.

All das wäre realisierbar, innerhalb von einer Woche, wenn es sein müsste. Mitstreiter stehen bereit, einige wollen nicht mal Geld haben. Sie wollen mitmachen, etwas bewegen. Und dennoch müssten wir unsere Rechnungen bezahlen für Technik und Honorare, für Medienagenturen, Film- und Tonstudios, sonst geht es nicht. Einen mittleren sechsstelligen Betrag bräuchten wir im ersten Jahr – als Investment in unsere GmbH & Co. KG, durch Werbeschaltungen und durch die Hilfe unserer Leser. Sonst geht es nicht, wir müssen unabhängig sein von Verbänden, Parteien und dem Staat. Zumal von dort nichts für so ein Projekt zu erwarten wäre. Ja, für offene Grenzen und Klimahysterie – da ginge was. Aber wir hätten da noch ein paar andere Themen…

Es gibt in Deutschland Medienprojekte, die sich über Crowdfunding finanzieren. Viele von denen schwimmen im Mainstream und sitzen gemütlich am Tisch, wenn bei Hofe die Buffets eröffnet werden. Das erwartet hier niemand, hier stünden viel Arbeit, dürftige Honorare und jede Menge Begeisterung an. Und den Kaffee bringt irgendwer morgens mit. Das wäre unser Plan. Wenn jemand dabei mithelfen will – wir freuen uns auf gute Ideen!

k.kelle@the-germanz.de

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.