Zwei deutsche Frauen am Roten Meer erstochen

Blick auf den Eingang des Strandes, an dem die Bluttat geschah. Foto: Benno Schwinghammer
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Außerdem habe der Angreifer bei der Bluttat am Strand einer Hotelanlage vier weitere Menschen verletzt, bei denen es sich ebenfalls um Ausländer handele, teilte der staatliche ägyptische Informationsdienst (SIS) mit. Die Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar.

Laut einem Bekannten der getöteten Frauen handelt es sich bei ihnen – anders als zunächst berichtet – nicht um Urlauberinnen, sondern um dauerhafte Bewohnerinnen Hurghadas. Er habe die beiden persönlich gekannt, sagte der ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas, Peter-Jürgen Ely, am Samstagmorgen. Eine weitere Bekannte von ihm habe die Frauen nach der Tat identifiziert.

Das Auswärtige Amt in Berlin äußerte sich zunächst nicht zur Identität der Opfer. Ein Sprecher sagte am Freitagabend, es gebe noch keine Gewissheit über ihre Staatsangehörigkeit.

Der Konsul der deutschen Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sowie ein Beamter des Bundeskriminalamtes wurden noch in der Nacht in Hurghada erwartet. Unter anderem sollen sie den Tatort besichtigen und die Rückführung der Leichen in die Wege leiten. Außerdem sollen Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet werden.

Nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums war der Angreifer von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an den Hotelstrand geschwommen und dort mit dem Messer auf Touristengruppen losgegangen. Die ägyptische Nachrichtenseite «Al-Masry Al-Youm» meldete unter Berufung auf den Manager des Hotels «El Palacio», der Täter habe zunächst an einem benachbarten Hotelstrand Urlauber attackiert, bevor er sich zum Strand seiner Anlage weiterbewegte. Dort sei er von Sicherheitsleuten und Gästen überwältigt worden.

Fotos im Internet zeigten, wie der außer Gefecht gesetzte Angreifer auf einem Karren liegend durch den Garten einer Hotelanlage gezogen wurde. Wer der Mann ist und was ihn zu der Tat bewegte, war auch Stunden nach dem Vorfall noch offen.

Auf einem anderen Bild, das ägyptische Medien verbreiteten, liegt eine blutverschmierte Touristin mit Bikini und Sonnenbrille auf einem Sofa in einer Hotellobby.

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den Angriff. «Diese feige und niederträchtige Tat, die sich gezielt gegen Urlauber gerichtet zu haben scheint, die einfach nur eine unbeschwerte und erholsame Zeit am Meer verbringen wollten, verurteilen wir auf das Schärfste», erklärte ein Sprecher des Ministeriums. «Wir trauern mit den Familien der Opfer und hoffen, dass alle, die bei dem Angriff verletzt worden sind, rasch und vollständig wieder gesund werden.»

Zur Herkunft der verletzten Urlauber gab es unterschiedliche Angaben. Die Agentur Tass meldete unter Berufung auf die Botschaft der Ukraine in Kairo, unter den Opfern seien – entgegen erster Berichte – keine ukrainischen Staatsbürger. Die Agentur Interfax berichtete, dass eine russische Frau verletzt worden sei und berief sich dabei auf das russische Konsulat. Das tschechische Außenministerium bestätigte, dass eine 36 Jahre alte tschechische Touristin bei der Messerattacke am Bein verletzt worden sei. Sie schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Hurghada ist mit seinen mehr als 250 Hotelanlagen neben Scharm el Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Die Ferienregion ist auch bei deutschen Urlaubern beliebt. Der Badeort ist vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt bekannt, weshalb Hurghada als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer gilt.

Der Tourismus in Ägypten kämpft seit den gesellschaftlichen Unruhen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak im Jahr 2011 mit Problemen. Immer wieder kam es zu Anschlägen, die sich nicht nur gegen Sicherheitskräfte, sondern auch gegen Touristen richteten. Vor zwei Jahren stürzte zudem eine russische Passagiermaschine kurz nach dem Start aus dem Ferienort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel ab. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptete später, das Flugzeug mit 224 Menschen an Bord durch eine Bombenexplosion zum Absturz gebracht zu haben. (dpa)

Bildquelle:

  • Hurghada: dpa
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