Unsere deutsche Wirtschaft brummt: Von der Entwicklung können viele profitieren

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes. Foto: Fredrik von Erichsen
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von DR. PATRICK PETERS

Es war eine freudige Nachricht für Unternehmen, Anleger und die Wirtschaft im Allgemeinen: Der deutsche Aktienindex Dax notierte am Dienstag vergangener Woche bei seinem Allzeithoch von 12.938,13 Zählern und hat seit dem die nächste magische Grenze von 13.000 Punkten fest im Blick. Damit hat der führende deutsche Index, der die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen (bezogen auf Streubesitz-Marktkapitalisierung und Orderbuchumsatz) versammelt, innerhalb eines Jahres rund ein Viertel an Wert gewonnen; in den vergangenen drei Monaten kam immerhin ein Plus von sieben Prozent zusammen.

Was das bedeutet, leuchtet auf Anhieb ein: Die deutsche Wirtschaft zeigt sich unbeeindruckt von den weltweiten Krisenherden, politischen Horrorszenarien und den Geistern, die viele „Beobachter“ in Medien und Gesellschaft so gerne herbeirufen würden. Donald Trump, lange Zeit unklare Wahlausgänge in Frankreich und den Niederlanden, der bevorstehende Brexit und, und, und: Nichts davon hat die Unternehmen so erschüttert, als dass ihr Erfolg dieser Tage gefährdet wäre. Offenbar funktionieren die deutsche und die weltweite Wirtschaft, in die alle Dax-Konzerne ganz natürlich eingebunden sind, ganz ordentlich.

Dabei scheint es so, als wäre das so manchem gar nicht recht. Die Gefahren von Rechtspopulismus, dem regelmäßigen Untergang der Zivilisation wegen was auch immer und die allgemeine Stimmungslage können, ja dürfen gar nicht dafür sprechen, dass es uns gut geht. Es ist aber nun einmal, wie es ist: Deutschland geht es – zumindest auf Zahlenseite – glänzend, vielleicht so gut wie nie oder zumindest wie sehr lange nicht zuvor.

Auch das Argument, diese Entwicklung komme doch bei den „kleinen Leuten“ gar nicht an, gilt nicht umfassend. Denn allein wenn wir beim Aktienmarkt bleiben: Was hält denn die „kleinen Leute“ davon ab, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr Geld (mit Augenmaß) in Aktien anzulegen? Wer vor fünf Jahren beispielsweise 10.000 Euro in ein ETF (ein passives, kostengünstiges Anlageprodukt, das die Wertentwicklung eines Indizes abbildet) auf den Dax investiert hat, hat heute seinen Einsatz verdoppelt.

Diese Chancen sehen aber nur wenige Menschen in Deutschland. Die Aktionärszahlen liegen laut dem Deutschen Aktieninstitut bei knapp neun Millionen. Das sind 14 Prozent der Bevölkerung im Alter über 14 Jahre. Insofern gibt es auch keinen Grund zu klagen: Die Möglichkeiten, auch mit kleinen Mitteln an dem Aufschwung der Wirtschaft teilzuhaben, sind vorhanden. Man muss sie nur nutzen, anstatt immer zu klagen, dass die Entwicklung an einem vorbeigeht.

Bildquelle:

  • Leitindex Dax: dpa
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