Unser Land wird am Montag wohl ein anderes sein

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von KLAUS KELLE

Gestern Abend war ich zusammen mit zwei anderen bekannten Publizisten, die – wie ich übrigens auch – ganz normale nette Kollegen sind, einen feinen Humor haben und sich gelegentlich vom linksgrünen Mainstream als „Rechtspopulisten“ anpöbeln lassen müssen. Das tat unserer guten Laune bei Spaghetti und Grauburgunder keinen Abbruch, zumal ich Leute kenne, die sich bei zufälligen Zusammentreffen mit „na, Du alter Rechtspopulist“ begrüßen. Und einmal war ich bei einer katholischen Veranstaltung, wo ich zwei Opus Dei-Mitglieder traf, die sich umarmten und gegenseitig mit „Guten Abend, Du Fundamentalist“ begrüßten. Irgendwie hat die Kategorisierung Andersdenkender und der Versuch des Ausgrenzens anderer Meinungen – sagen wir – ein wenig an Schrecken verloren.

Wir diskutierten natürlich über die Bundestagswahl am kommenden Sonntag und was wohl passieren kann, wenn man das Volk entscheiden lässt. Wir alle hatten jedenfalls den Eindruck, dass unser Land am Montag ein anderes sein wird.

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.