Konflikt um Katar: US-Präsident Trump stellt sich klar auf die Seite Riads

Die Hochhäuser von Doha, der Hauptstadt von Katar, im Nebel. Foto: Yoan Valat
Anzeige

Washington/Doha – US-Präsident Donald Trump hat sich im Konflikt um Katar eindeutig auf die Seite Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten geschlagen. Die Isolation des Golf-Emirats führte er in einer Reihe von Twitternachrichten auf seine Reise in den Nahen Osten zurück.

Schon dort hätten beim Thema Terrorfinanzierung alle Hinweise auf Katar gedeutet. «Vielleicht wird das der Anfang vom Ende des Terrorhorrors sein», schrieb er weiter. Zugleich begannen Bemühungen um eine Entspannung der schweren diplomatischen Krise.

Saudi-Arabien, die VAE, Bahrain, Ägypten und der Jemen hatten am Montag alle diplomatischen Kontakte zu Katar abgebrochen. Die Nachbarländer schlossen auch die Grenzen. Zugleich stellten sie den Flugverkehr nach Katar ein. Damit ist das Golf-Emirat, in dem 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden soll, weitgehend isoliert.

Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den sunnitischen Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. Gleichzeitig stoßen sie sich an den angeblich guten Beziehungen Katars zum schiitischen Iran. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien sieht in Teheran einen Erzrivalen in der Region.

Trump hatte die Golf-Staaten im Mai bei einem Gipfel in Riad auf einen Pakt gegen den Terror eingeschworen. Zugleich kritisierte er den Iran scharf. An dem Treffen in Saudi-Arabien nahm auch Katars Emir Tamim bin Hamid Al Thani teil. Trump lobte bei einem Gespräch mit ihm damals, die Beziehungen zu Katar seien «extrem gut». Mit Scheich Tamim wollte er vor allem über Waffengeschäfte reden.

Am Montag hatte Washington zunächst eine neutrale Haltung in dem Konflikt eingenommen. Trump wolle mit allen Beteiligten sprechen, um die Lage zu beruhigen, teilte das Weiße Haus mit. Die USA sind mit allen Konfliktparteien eng verbündet. In Katar befindet sich der größte US-Militärstützpunkt in der Region. Auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid sind mehr als 10.000 US-Soldaten stationiert.

Vor allem Kuwait bemüht sich nun um eine Schlichtung der Krise. Der kuwaitische Emir Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah will in der saudischen Hauptstadt Riad mit Saudi-Arabiens König Salman über die Spannungen reden. (dpa)

Bildquelle:

  • Skyline von Doha: dpa
Anzeige