Könnt Ihr bitte Stefan Raab mal anrufen

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von KLAUS KELLE

Der ESC ist im Grunde eine belanglose Veranstaltung. Aber viele mögen das seichte Geträller, und das ist ja auch in Ordnung. Und Wettbewerb ist sowieso immer spannend, zwischen Kandidaten und Mannschaften verschiedener Länder allzumal.

Dennoch lohnt es sich, mal eine Minute einen Gedanken daran zu verschwenden, wieso Deutschland bei diesem Wettbewerb meistens so erbarmungswürdig abschneidet. Gut, „wir“ haben zwei Mal gewonnen, mit Nicole und Lena. Fußball-Weltmeister waren wir häufiger. Deutschland ist reich an Geld und an medialer Vielfalt. Wieso schaffen wir es nicht, beständig wenigstens im Mittelfeld mitzuspielen? Zweimal wurden unsere Kandidaten in den vergangenen drei Jahren Letzter, einmal mit keinem einzigen Punkt. Nicht einen! Gestern wurden wir Vorletzter. Ein Fortschritt, würden Optimisten sagen.

Man bekommt den Eindruck, der Einzige in Deutschland, der weiß, wie man diesen Wettbewerb mit einem Konzept Schritt für Schritt in den Griff bekommt, ist der TV-Entertainer Stefan Raab. Der versteht etwas von Musik, vom Musikgeschäft, der ist kreativ und… in der Versenkung verschwunden. Falls irgendjemand hier seine Handynummer hat – bitte ruft ihn an!

 

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Über den Autor

Klaus Kelle
Klaus Kelle, Jahrgang 1959, gehört laut Focus-online zu den „meinungsstärksten Konservativen in Deutschland“. Der gelernte Journalist ist jedoch kein Freund von Schubladen, sieht sich in manchen Themen eher als in der Wolle gefärbten Liberalen, dem vor allem die Unantastbarkeit der freien Meinungsäußerung und ein Zurückdrängen des Staates aus dem Alltag der Deutschen am Herzen liegt. Kelle absolvierte seine Ausbildung zum Redakteur beim „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld. Seine inzwischen 30-jährige Karriere führte ihn zu Stationen wie den Medienhäusern Gruner & Jahr, Holtzbrinck, Schibsted (Norwegen) und Axel Springer. Seit 2007 arbeitet er als Medienunternehmer und Publizist und schreibt Beiträge für vielgelesene Zeitungen und Internet-Blogs.