KIRCHE IN NOT: Drei Zeugen berichteten vom Leid der Christen in aller Welt

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Paris – Weltweit sind heute mehr als 200 Millionen Christen Terror und Verfolgung ausgesetzt – mehr als je zuvor. Anlässlich der ‘Nacht der Zeugen’, die ‘Kirche in Not, Frankreich’ seit neun Jahren jährlich in der Fastenzeit organisiert, berichteten am vergangenen Freitag zwei Geistliche und eine Ordensfrau in der vollbesetzten Pariser Kathedrale Notre Dame über die Lage in drei Ländern : Pater Philippe Blot (Foto) lebt seit 27 Jahren in Südkorea und China, von wo er Nordkoreanern bei der Flucht aus der Hölle des Kim-Regimes hilft. Da Peking die Regierung in Pyongyang als legitim anerkennt, werden die Nordkoreaner nicht als Flüchtlinge anerkannt. Wenn sie entdeckt werden, sind sie der Gnade der chinesischen Polizei, nordkoreanischer Kopfjäger und der chinesischen Mafia hilflos ausgeliefert.

Pater Blot organisiert die heimliche Flucht nach Thailand durch das Reich der Mitte und riskiert dafür sein Leben: „Ich habe jedes Mal Angst, aber ich habe meinen Rosenkranz und bete ohne Unterlass, damit der Herr uns bis zum Ende der Reise in die Freiheit beschützt.“ Doch nicht immer gelingt die Rettung. „Wir wollten eine Gruppe junger Mädchen retten. Wir wussten, dass es die chinesische Mafia auf sie abgesehen hatte, um sie über Sibirien auf dem weltgrössten Sexsklavenmarkt in den Golfstaaten zu verkaufen. Zwei Tage vor unserer Ankunft wurden sie entdeckt. Alle 25 Mädchen zwischen 15 und 30 Jahren begingen lieber Selbstmord, als in die Hände der Mafia zu fallen.“

Pater Jacques Mourad wurde am 21. Mai 2015 von Soldaten des Islamischen Staates (IS) aus dem Kloster Mar Eliam in der Nähe von Palmyra gekidnappt. Die fünf Monate in den Verliessen des IS in Raqqa erlebte er als eine ‘geistige Einkehr’ mit Rosenkranz, Psalmen und der täglich heimlich gefeierten Heiligen Messe. Ihm gelang schliesslich die Flucht mit Hilfe muslimischer Freunde. Pater Mourad fleht die Christenheit an, um Frieden zu beten. „Ich habe während meiner Gefangenschaft verstanden, dass die Lösung zum Sieg über das Böse nicht das Gebet des einzelnen ist, sondern das gemeinsame Gebet aller. Es bildet wie ein Spinnennetz ein Schutzschild.“

Mutter Marie-Catherine Kingbo aus dem Senegal gründete vor elf Jahren das Kloster der Dienerinnen Christi in der Diözese Maradi im Niger, einem zu 98 % muslimischen Land. Die Christen waren 2015 Opfer muslimischer Progrome, weil Präsident Mahamadou Issoufou nach dem ‘Charlie Hebdo’-Attentat am 11. Januar am „Republikanischen Marsch“ in Paris teilnahm. Die Nigerer setzten ‚Charlie Hebdo‘, das Schmuddelblatt, das die Mohammed-Karikaturen abgedruckt hatte, mit Frankreich und den Christen aus Unkenntnis gleich. Seitdem hat sich die Lage beruhigt, doch der Islamismus breitet sich weiter aus: „Der Blick, mit dem die Christen betrachtet werden, wird nicht positiver, sondern eher negativer.“ (emm)

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