Immer öfter kämpft das Gewissen gegen die Abtreibungslobby

Anzeige

von PETER WINNEMÖLLER

Es ist bekannt, daß die Abtreibung ein Lieblingsprojekt der Linken ist. Das war bei Stalin und Mao so, das ist in der EU unserer Zeit nicht anders. Linke, die gegen die Abtreibung sind, sind eher die Ausnahme als die Regel. Mit Schrecken kann man eine Tendenz zur Kenntnis nehmen: Die Abtreibung soll (Frauen-)Recht werden. Natürlich kann es so ein Recht nicht geben. Es ist ein Unding einen Menschen vor seiner Geburt zu töten. Jeder Mensch – vom Zeitpunkt seiner Zeugung an – ist Träger unveräußerlicher Rechte ist. Ein solches Recht verliert nicht dadurch seinen Rechtscharakter, weil es mit einem anderen Recht kollidiert. Das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen, in diesem Falle einer Frau, die schwanger ist, kann in einen Konflikt mit dem Recht auf Leben und Unversehrtheit der Person stehen. Das soll gar nicht bestritten werden. Man darf aber nach den Gründen fragen, warum eine Frau, die Guter Hoffnung ist, diese Hoffnung fahren läßt.

So zu fragen, ist nicht etwa Despotismus einer patriarchalen Gesellschaft. Lebensrecht ist ein von der Natur gegebenes Recht. Ein mutwilliger Verstoß dagegen schädigt. Immer! Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, daß es Männern (Marx, Lenin, Stalin und Co) gelingen konnte, den Frauen zu vermitteln, die Tötung des Lebens, das nur sie geben können, sei ein Ausdruck von Freiheit und diese Freiheit müßte sie verteidigen. Selten ist eine Form von Sklaverei so raffiniert getarnt worden. Selten haben die Betroffenen so sehr für ihre eigene Versklavung gefochten.

Alle kommunistischen Staaten der Vergangenheit haben unverzüglich die Abtreibung eingeführt. Man reibt sich verwundert die Augen, daß der Kampf für eben dieses „scheußliche Verbrechen“ (Papst Franziskus) wie die Pest in der EU grassiert. Dabei arbeiten linke Publizisten Hand in Hand mit linken Politikern. Erschreckend nur ist die duldende Haltung der Christdemokraten und Konservativen.

Dennoch gelingt es zuweilen, die Abtreibung einzudämmen. Dabei gehen die verantwortlichen Politiker entlang einer Spießroute der europäischen veröffentlichten Meinung. Wie diese im Extremfall aussehen kann, zeigt sich an einer besonders katastrophalen Berichterstattung. „Der Standard“ macht in Kroatien einen „Krieg um die Abtreibung“ aus. Als Maßstab sinkender Freiheit sieht man die sinkenden Abtreibungszahlen an. Die Verweigerung konservativer Ärzte den tödlichen Eingriff vorzunehmen betrachtet man als Einschränkung der Rechte. Nicht nur in Kroatien ist das so. Selbst in Dannenberg, einem kleinen Städtchen am Rande Niedersachsens, fällt die Welt scheinbar in ein finsteres Mittelalter, glaubt man den Meldungen. Der Grund ist die Weigerung eines Chefarztes, Abtreibungen durchzuführen.

Linke Feministinnen scheren sich – geht es um Abtreibung – nicht um Recht und Gesetz. Das zeigt die jüngste Initiative für ein vermeintliches Recht auf Abtreibung in Europa. Der Chefarzt aus Dannenberg ist nämlich kein Einzelfall. Immer öfter lehnen Ärzte, Krankenschwestern und andere Angestellte im Gesundheitswesen die Mitwirkung an Abtreibungen ab. Sie haben dabei das Recht auf ihrer Seite. Niemand kann bislang in Europa gezwungen werden, an Abtreibungen mitwirken zu müssen. Diese Freiheit ist in Gefahr! Ein Bericht der spanischen Liberalen Beatriz Becerra Basterrechea wird in der kommenden Woche im EU- Parlament beraten. Die Berichterstatterin moniert darin, genau diese Freiheit, nicht an Abtreibungen mitwirken zu müssen. Ferner würden „sexuelle und reproduktive Rechte in mehreren EU-Mitgliedstaaten stark eingeschränkt sind beziehungsweise bestimmten Bedingungen unterliegen“. Der Begriff der „reproduktiven Gesundheit“ ist hier ein Codewort, bei dem Abtreibung mit gemeint ist. Es wird – wieder einmal – gefordert, daß Frauen freien Zugang zu legalen Abtreibungen haben. Die Frage der Abtreibung fällt in die nationale Zuständigkeit der einzelnen EU-Staaten. Um diesen Sachverhalt zu unterlaufen, bedient man sich des Tricks, mit der psychischen Gesundheit von Frauen zu argumentieren. Verdrehter kann man es sich nicht denken.

Aber die Zahl derer, die sich weigern, an Abtreibungen mitzuwirken, steigt kontinuierlich. Der Abtreibungslobby wirkt tatsächlich zunehmend eine gar nicht organisierte Tendenz entgegen. Intuitiv lehnen einzelne die Abtreibung ab. Abtreibung ist nicht harmlos. Es ist niemals harmlos, einen Menschen zu töten. Dramatisch genug, wenn es aus Notwehr, zur Verteidigung oder zur Abwehr größerer Gefahren geschehen muß. Menschen die als Soldaten oder Polizisten andere Menschen töten mußten, wissen von den Folgen für ihre Psyche zu berichten. Um wieviel größer müssen die Folgen sein, wenn es sich nicht um einen Feind oder Schurken, sondern um ein winziges ungeborenes Kind handelt? Diese Folgen zu nennen oder gar sie wissenschaftlich untersuchen zu wollen, ist ein linkes Tabu. Man wird wissen warum.

Um das Elend der Abtreibung zu beenden, nützen in einer Gesellschaft wie der unseren Gesetze wenig bis gar nichts. Konservative Kräfte vertrauen gerne auf legislative Maßnahmen. Linke unterlaufen nationales und internationales Recht in Sachen Abtreibung, wie oben gezeigt, ohne auch nur den Hauch von Skrupeln zu zeigen. Wenn es jemals eine Möglichkeit geben sollte, dem Elend der Abtreibung endlich ein Ende zu setzen, dann nur über eine gesellschaftliche Ächtung. Ein solcher Bann ist nur über eine schonungslose Erforschung der Folgen und Aufklärung der Menschen darüber zu erreichen. Nur eine wirklich breite in Völkern weltweit etablierte Ächtung der Abtreibung, äquivalent zu Sklaverei und Menschenhandel, ist ein wirksames Mittel gegen diese Scheußlichkeit.

Bildquelle:

  • Baby_2: dpa
Anzeige