Großkundgebung in Istanbul: Opposition fordert Gerechtigkeit

Auslöser des Protestmarsches war die Verurteilung des CHP-Abgeordneten Enis Berberoglu zu 25 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats. Foto: Lefteris Pitarakis
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Die Menschen schwenkten türkische Fahnen und skandierten «Recht, Justiz, Gerechtigkeit», wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Der CHP-Vorsitzende Kemal Kilicdaroglu, der den Protestmarsch von Ankara nach Istanbul am 15. Juni gestartet hatte, lief nur einige Kilometer bis zur Kundgebung. Er will am Abend vor seinen Anhängern sprechen.

Nach Angaben regierungskritischer Medien nahmen an der von der CHP organisierten Kundgebung im Istanbuler Stadtteil Maltepe mehr als Hunderttausend Menschen teil. Die Veranstaltung fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. CNN Türk berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von Istanbul, 15.000 Polizisten seien im Einsatz.

Anlass des «Gerechtigkeitsmarsches» war die Verurteilung des CHP-Abgeordneten Enis Berberoglu zu 25 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats. Der Marsch richtete sich gegen die Politik des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner islamisch-konservativen Regierung. Nach Meinung von Kilicdaroglu hat sich im Zuge des nach dem Putschversuch verhängten Ausnahmezustands ein «Klima der Angst» in der Türkei breitgemacht.

Die türkische Führung macht den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 verantwortlich. Zehntausende vermeintliche Gülen-Anhänger wurden verhaftet, zahlreiche Medien geschlossen, mehr als 100 000 Staatsbedienstete wurden entlassen oder suspendiert.

Bildquelle:

  • Fahnenmeer: dpa
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